BPS – Zusammenfassung

Unten stehende Texte hatte vor einigen Jahren eine Schülerin im Rahmen ihres Vortrages über Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Ich habe sie nur leicht „verhübscht“. Den Lückentext kann man gut als Themenabschluss mit einer Klasse durchgehen. Das dient der Wiederholung, und dann haben auch die Schüler etwas, die geschlafen haben  🙂 oder nicht da waren.

Meine Schülerin hatte sich während ihres Vortrages als BPS-Betroffene und als Therapieerfahrene mit der DBT geoutet. Sie war immer ein Sorgenkind in meiner Klasse gewesen. Jetzt konnten ich und auch viele ihrer Mitschüler ihre Verhaltensweisen total nachvollziehen und auch ganz anders  darauf reagieren. Danke für Ihren Mut! Ich habe viel von Ihnen gelernt!

Ich hoffe, Sie als Leser können hier die odt-Dateien öffnen. Wenn es nicht klappt, melden Sie sich bitte. Ich bastele dann gerne herum, bis es in Ordnung geht.

Lückentext Borderline Zusammenfassung

Lückentext Lösung Borderline-Persönlichkeitsstörung Zusammenfassung

 

 

7. BPS – Prognose

Klinisch-psychiatrisch  auffällig werden Borderline-Menschen im frühen Erwachsenenalter durch bestimmte Auslösesituationen (siehe da) mit der als Folge typischen „stabilen Instabilität“ mit Dekompensation. Diese Instabilität zieht sich dann wie ein roter Faden durch ihr Leben. Sie leben ständig auf Zeitbomben, die hin- und wieder in die Luft gehen…

Im Alter werden sie häufig ausgeglichener und unauffälliger. Und Menschen, die eine intensive Psychotherapie gemacht haben (DBT), können oft sehr gut ihr „Borderlinepäcklein“ tragen, auch wenn es immer wieder mal schlechtere Zeiten gibt.

Wichtig ist, dass Borderliner selber aktiv etwas tuen, damit es ihnen besser geht. Auch wenn es natürlich sehr ungerecht ist: Meistens sind sie durch äußere ungünstige Umstände (z.B. Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch) so geworden. Haben also nie daran „Schuld“.  Aber es geht nicht anders: Nur wenn sie aktiv Hilfe suchen und diese ganz bewusst in Anspruch nehmen, kann ihnen auch geholfen werden.

So wie ein ins tiefe Wasser böswillig hineingeworfener Mensch aktiv schwimmen muss, um ans Ufer zu kommen. Ansonsten ertrinkt er, wenn nicht unmittelbar in seiner Nähe ein Rettungsanker ist.

 

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6. BPS – Therapie

Die Therapie ist oft sehr langwierig und schwierig. Es werden verschiedene Psychotherapien angewendet: stützende Psychotherapie, psychodynamische Therapien, verhaltentherapeutische Ansätze – alles möglich in Einzel-, Gruppen- oder stationären Therapien. Auch Psychopharmaka haben sich in bestimmten Situationen (bei Depressionen oder aggressiven Ausbrüchen) bewährt.

Als eine bestimmte Kombination aus all den oben erwähnten Möglichkeiten hat sich die DBT = Dialektisch-Behaviorale Therapie etabliert, mit gutem Erfolg:

Dialektische Arbeitsweise bedeutet, dass aus zwei gegensätzlichen Extremen, die sich eigentlich widersprechen und nicht zusammen passen, eine Balance zwischen den Extremen gefunden wird. Sozusagen ein Mittelweg. Für Borderline bedeutet dies, dass aus ihrem typischen Schwarz-Weiß-Denken oder Gut-Böse-Denken durch die Therapie ein Denken auch in verschiedenen Graustufen entstehen kann. Beispiel: Mein Partner ist nicht super-gut (Idealisierung) oder ganz-doll-böse (Entwertung des Partners), sondern er hat gute und schlechte Seiten, wie alle Menschen auch. Und ich als Borderliner kann mich drauf einstellen und angemessen reagieren. Und muss mich nicht gleich suizidieren, wenn er mal schlecht drauf ist.

Behaviorale Therapie bedeutet, dass diese spezielle Therapie v.a. auf Verhaltenstherapie (behavioral = das Verhalten betreffend) basiert.

Einige Gedanken zur DBT:

– Intensive Psychotherapie mit Psychotherapeuten und einem Behandlungsteam aus Betreuern und Trainern.
– Die Therapie erfolgt als Einzel- und Gruppentherapie und als telefonische Beratung.
– In der Therapie werden das Selbstwertgefühl des Klienten und soziale und andere Fertigkeiten gestärkt
– In der Therapie spielt vor allem das Skills -Training und ein „Notfallkoffer“ eine große Rolle.
– In Krisensituationen werden auch kurzfristig Medikamente eingesetzt.
– Das Therapieziel ist, dass der Klient mit Borderline sein Alltagsleben gut hinbekommt und nicht seinem impulsiven Handeln ausgeliefert ist. Der Klient soll nicht im Schwarz-Weiß-Denken und – Handeln stecken bleiben, sondern einen eigenen Mittelweg für seine Einschätzung von Situationen und seine Problembewältigung finden (siehe oben dialektische Arbeitsweise).

– Die DBT besteht aus vier Bausteinen:
1. der Einzeltherapie
2. Fertigkeitentraining (Skillstraining) in der Gruppe
3. für Notfälle telefonischer Kontakt mit dem Therapeuten und dazu regelmäßige
4. intensive kollegiale Beratung

 

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5. BPS – Merkmale

 

SymptomeBorderlineLösungFolieGes

Einige Erläuterungen dazu.

  • Paranoide Zustände: Aus überstarken Gefühlen, z.B. Hass oder Angst, kann sich ein Wahnerleben entwickeln, es könnte ein Verfolgungswahn entstehen. Wahn ist eine inhaltliche Denkstörung, die Realität wird falsch interpretiert. Der Betroffene ist davon felsenfest überzeugt, er kann sich nicht korrigieren. Es ist ein psychotischer Zustand.
  • Dissoziativer Zustand: Übersetzt „Abtrennung“. Durch überstarke Empfindungen, die vom Betroffenen als Trauma empfunden werden und nicht ausgehalten werden können, kann sich die Erinnerung abspalten mit Erinnerungsverlust. Oder die erlebten Gefühle spalten sich ab, sodass der Betroffene völlig ohne Gefühlsregung schlimme Situationen, die er erlebt hat,  schildern kann. Oder die Kontrolle von Körperbewegungen und Körperfunktionen „trennen sich ab“ vom Betroffenen, sodass er vielleicht Lähmungen oder Krämpfe bekommt, die keine körperlichen Ursachen haben.
  • Hohes Einfühlungsvermögen: Eine hohe Empathie anderen gegenüber ist eigentlich etwas sehr Schönes. Es kann eine tiefe Verbundenheit zu anderen Menschen entstehen, man kennt den anderen Menschen in- und auswendig, kann Leid und Freude beim Anderen verspüren und nachempfinden, kennt seine Stärken und Schwächen. Wenn sich aber Borderliner im Stich gelassen oder enttäuscht vom anderen fühlen, verwenden sie dieses Wissen – sozusagen als Notfallhandlung – gegen diese Menschen, spielen verschiedene Menschen gegeneinander aus oder entwickeln Intrigen. Einfach, um sich besser zu fühlen und um etwas in ihrem Sinne zu erreichen. Das ist wichtig zu wissen, falls Sie in einem Team mit Borderline-Menschen arbeiten. Hier ist absolute Teamarbeit gefragt, alle müssen an einem Strang ziehen, Unstimmigkeiten müssen in Teambesprechungen offen gelegt werden…
  • Unsicherheiten in der Identität: Oft haben Borderliner sehr große Unsicherheiten in bezug auf ihre sexuelle Ausrichtung, auf ihre Berufswahl, ihren Freundeskreis,  ihre Interessen.
  • SVV= Selbstverletzendes Verhalten
  • SV= Suizidversuch
  • S= Suizid

 

Für den Unterricht als Arbeitsgrundlage habe ich oft mit unten abgebildeten Lückenbild gearbeitet.

SymptomeBorderlineLückenbildGes

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Hier der Text von meiner alten Homepage http://www.elke-zagadzki.de:

Nach dem DSM IV „müssen“ die Betroffenen mindestens fünf der folgenden Kriterien „erfüllen“, damit bei ihnen die Diagnose „Borderline-Persönlichkeitsstörung“ gestellt werden kann. Das klingt natürlich alles sehr formal und auch „herzlos“. Aber vielleicht können Sie es als Hilfe ansehen, zu diesem sehr komplizierten und dramatischen Thema wenigsten etwas den „roten Faden“ zu behalten. Ich werde die Kriterien also einfach relativ knapp aufzählen:

  1. Ein Muster von instabilen, aber intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen

Zeichnet sich aus durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Überidealisierung („Du bist mein Vorbild, Du kannst alles, Du bist der beste und einzigste…“) und Abwertung („Du bist schlecht, Du bist wie die anderen, ich hasse Dich…).
Die Überidealisierung brauchen Boderline-Menschen als Stütze ihres Selbst.
Die Entwertung zeigt sich darin, daß die Betroffenen schnell erbost und enttäuscht sind, wenn andere ihre Erwartungen nicht erfüllen. Sie bleiben aber trotzdem intensiv an sie gebunden wegen der Angst vor Alleingelassenwerden. Häufig werden Suizidversuche als Mittel angewendet, damit der Partner da bleibt (siehe Punkt 5).

2. Impulsivität und Unberechenbarkeit im Triebleben

Bei mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten:

– Geldausgeben
– Sexualität
– Substanzmißbrauch
– Ladendiebstahl
– rücksichtsloses Fahren
– Freßanfälle, Bulimia, Anorexia nervosa

3. Instabilität im affektiven Bereich

Ausgeprägte Stimmungsänderungen von der Grundstimmung zu Depression, Reizbarkeit oder Angst.
Diese Zustände dauern gewöhnlich einige Stunden oder – in seltenen Fällen – länger als einige Tage an.

4. Übermäßige, starke Wut oder Unfähigkeit, die Wut zu kontrollieren

– häufige Wutausbrüche
– andauernde Wut
– Prügeleien.

5. Wiederholte Suiziddrohungen, -andeutungen oder -versuche und selbstverletzendes Verhalten (SVV)

–  Suizidversuche dienen u.a. als Mittel, den Partner zu binden, aber auch als ernstgemeinter Hilfeschrei.
– Selbstverstümmelungen wie Schneiden, mit Zigarette sich verbrennen, Kratzen
==> der Schmerz hilft den Betroffenen, sich ihrer selbst zu vergewissern
==> vermitteln sich auf diese Weise die Gewißheit, noch am Leben zu sein

6. Ausgeprägte und andauernde Identitätsstörung

(„Ich habe eine Identität“ heißt, ich bin mir sicher, eine ganz spezielle Person zu sein, mit ganz bestimmten Eigenschaften. Und ich weiß: „Ich bleibe, wer ich bin und war.“)
Borderline-Menschen haben Identitätsunsicherheiten in mindestens zwei der folgenden Lebensbereiche:
– dem Selbstbild (deshalb brauchen sie die Idealisierung des Partners als Stütze oder die Bestätigung ihrer Selbst durch Schmerzen)
– der sexuellen Orientierung
– den langfristigen Zielen oder Berufswünschen
– in der Art der Freunde oder Partner
– in den persönlichen Wertvorstellungen.

7. Chronisches Gefühl der Leere oder Langeweile

8. Verzweifeltes Bemühen, ein reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern

(hier sind nicht Suizid oder selbstverletzendes Verhalten gemeint, das steht extra unter Punkt 5.).
Psychogramm

Ein Psychogramm ist die Bezeichnung für eine übersichtliche Darstellung von auffälligen Persönlichkeitszügen eines Menschen. Diese Persönlichkeitszüge werden durch bestimmte psychologische Testuntersuchungen (Psychographie) sichtbar. So ein Psychogramm kann den Menschen natürlich auch nicht vollständig erfassen, es zeigt nur ein Teilbereich von ihm. Es fallen aber bei Borderline-Menschen bei diesen Untersuchungen besonders folgende Persönlichkeitszüge auf:

– Sie sind sehr empfindsam.
– Sie können ihr Gegenüber sehr gut einschätzen.
– Sie nutzen ihr Einfühlungsvermögen besonders dann, wenn sie sich abgrenzen wollen und sich in die Enge getrieben fühlen. Dann können sie den Anderen mit Worten oder Taten an seinen sensibelsten Punkten treffen und kränken ihn damit.
– Sie sind leicht verletzbar.
– Sie haben große Minderwertigkeitsgefühle.
– Sie wirken selbstbezogen.
– Sie sind wenig belastbar.
– Sie empfinden ihre Gefühle überstark.
Dadurch entwickeln sie manchmal wahnartige Vorstellungen von dem, was andere ihnen antun.
– Sie reagieren oft mißtrauisch, da sie die Umwelt als wenig verläßlich erleben.
– Sie sind leicht reizbar.
– Aus innerer Bedrängnis entwickelt sich daraus schnell Aggressivität.
– Sie leiden unter Wiederholungszwang.
Sie bringen sich immer wieder in Situationen, in denen sie sich schädigen oder andere ihnen neues Leid antun. Wer im Leben nicht erfahren konnte, daß er eigene Werte und Stärken hat, kann dazu neigen, sich unbewußt nur dann wirklich lebendig zu fühlen, wenn er gedemütigt, beschädigt und unterworfen wird.

 

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Die Nacht von Lissabon, Erich Maria Remarque

Interessanter Herr
Interessanter Herr, Öl auf Leinwand, Elke Zagadzki 1996

Sonnabend, 9. November 2019

Die Nacht von Lissabon: unser Literaturkreis – „Klassiker“ für dieses Jahr.  (Einmal im Jahr lesen wir ein älteres Buch, das nicht unter Gegenwartslektüre eingeordnet werden kann und dessen Autor meist schon tot ist.)

Spannend, ergreifend, leicht und gut zu lesen… Schilderung der erdrückenden Atmosphäre in den 40iger Jahren in Deutschland… Rührende Liebesgeschichte… Ganz „normale“ Menschen können ohne eigene Schuld in schreckliches Leid und völlige Hoffnungslosigkeit geraten. Für mich das einzig Gute an der Trostlosigkeit und Ausweglosigkeit des Romanausganges: Liebe gibt es immer und kann gedeihen, auch in den schlimmsten Zeiten.

Einige für mich interessante Passagen, Formulierungen und Gedanken:

  • Emigranten haben ein „Kugel-Dasein“, müssen immer im Rollen bleiben…
  • „Es ist sonderbar, wie krumme Wege wir oft wählen, um nicht zu zeigen, was wir fühlen!“ …
  • Die Nazis  haben eine Schwäche für Stiefel, weil sie so tief im Dreck waten (sinngemäß)…
  • „Man hat mir erzählt, daß es in Indonesien Sitte sei, ab und zu die Namen zu wechseln. Wenn jemand seiner Persönlichkeit müde wird, wechselt er sie, ergreift einen neuen Namen und beginnt ein neues Dasein. Eine gute Idee!“ …
  • „Deshalb kommen die Worte jetzt herausgestürzt wie Äpfel aus einem Korb…“,
  • „Man fragt in der Liebe immer Zuviel, und wenn man anfängt, die Antworten wirklich wissen zu wollen, ist sie bald vorbei…“,
  • „Warum wollen Sie einem sterbenden Menschen nicht überlassen, selbst zu bestimmen, wann er es nicht mehr ertragen kann?… Es ist doch das Geringste, was wir tun können!“
  •  „… Und was besitzen wir wirklich? Wozu so viel Lärm um Dinge, die als bestes nur geliehen sind für einige Zeit; und wozu so viel Gerede darüber, ob man sie mehr oder minder besitzt, wenn das trügerische Wort ´besitzen´ doch nur heißt: die Luft zu umarmen?“

Ich habe mich ein wenig mit Erich Maria Remarque beschäftigt. Ein Vorteil des Literaturkreises, meine Allgemeinbildung etwas aufzubessern, was ich „freiwillig“ nie gemacht hätte. (Es ist halt so – ich favorisiere Krimi- und Thrillerlektüre. Und ich bin überzeugt, würde Remarque noch leben, er wäre heute ein hervorragender Thrillerautor!)

Eine schillernde Gestalt. Selbstummodelung seines ursprünglichen Namens Remark in Remarque. Ananym zu Remark „Kramer“. Frauenheld mit einigen Ehen – die 3. Ehe mit Charly Chaplins Exfrau –  und Affären, u.a. mit Marlene Dietrich und Greta Garbo. Er erkaufte sich einen Adelstitel und arbeitete in abenteuerlichen Berufen. Seine Bücher wurden von den Nazis verbrannt, er emigrierte noch rechtzeitig, wurde zu einem Weltenbüger…

Mein Fazit: Es lohnt sich, Remarque zu lesen. Mal schauen, wann ich mich an „Im Westen nichts Neues“ – steht sogar in unserem gutbürgerlichen Bücherregal – heranwage.

*BERUFLICHES – PSYCHIATRIE, NEUROLOGIE, PSYCHOLOGIE *

Hier kommen meine Übersichten, Arbeitsblätter, Overhead-Folien (ein Overhead ist nicht störanfällig und ich bin etwas altmodisch 🙂 ), MindMaps, Ausarbeitungen, die sich so nach und nach angesammelt haben.

Punkt PSYCHIATRIE – EINFÜHRUNG

Punkt BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG (BPS)

Punkt SCHIZOPHRENIE

Punkt NEUROLOGIE – EINFÜHRUNG

Punkt EPILEPSIE

Punkt PSYCHOLOGISCHES

Punkt ESKALATION/ DEESKALATION

Quellen
Meine Quellen

Ich versuche, auf dieser Übersichtsseite meine Quellen zusammenzutragen. Das ist aber oft schwierig, da viele aus Studien- oder Assistenzarzttagen stammen, ich einfach vieles Gelernte im Kopf hatte und „frei von der Leber“ dann meine Unterrichtsvorbereitungen gemacht habe. Oder ich habe Manches sinngemäß beim Surfen im Internet übernommen. Hier war es mir vor allem wichtig zu überprüfen, ob mein altes Wissen auch jetzt noch Gültigkeit hat.

Als Fachschullehrer musste ich ja immer auf dem neuesten Stand sein. In diesem Sinne stelle ich auch meine Unterlagen heute hier hinein.

Formales

MindMaps

Ich liebe MindMaps. Mit ihnen kann ich alle Facetten meines Lebens – berufliche und private – sortieren, ordnen, finde Lösungen dadurch. Es ist eine Art Lebensbewältigung für mich. Es gibt kein Problem, was durch MindMaps nicht zu bewältigen ist. Ja, wirklich. Beruflich einen Vortrag halten, Vieles zu lernen, Ärger mit dem Chef, Geldsorgen, Eheprobleme, Stress mit den Kindern, den Ruhe-Freiheitsstand strukturieren …. Machen Sie ein MindMap und schon kommt eine Lösung in Sicht….

Für meine Mindmaps habe ich mir ein Programm gekauft mit schon vorhandenen Bildern (Sie sind also nicht einfach so „stibitzt“.):

  • Mindjet MindManager 7, 2007. Die neueste Version zu kaufen unter www.mindjet.com

Außerdem habe ich vor vielen Jahren zwei CD-Roms erworben von Werner Tiki Küstenmacher. Die Bilder verwende ich auch gerne in den MindMaps.

  • Werner Tiki Küstenmacher (2003): Simplify-your-life. Zur Gestaltung Ihrer persönlichen und geschäftlichen Kommunikation wie Briefe, Faxe, E-mails, Firmenzeitung, Mitteilungen etc. CD-Rom. Bonn: Verlag für die Deutsche Wirtschaft

Es gibt inzwischen aber auch aktuellere Ausgaben.

Ansonsten habe ich Vieles selber gezeichnet oder fotografiert und digital dann bearbeitet.

Inhaltliches

Bücher, Zeitschriften

Die meisten Bücher sind älteren Datums. Es gibt von fast allen Büchern neuere Auflagen. Mein Inhalt ist aber trotzdem aktuell.

  • Bohus, Wolf (2018): Interaktives SkillsTraining für Borderline-Patienten. Schattauer Verlag
  • Comer R.J. (1995): Klinische Psychologie. Spektrum
  • DSM IV
  • Federspiel K. et al. (1996): Kursbuch Seele. Kiepenheuer & Witsch 1996
  • Huber, Gerd (1987): Psychiatrie. Systematischer Lehrtext für Studenten und Ärzte. Stuttgart, New York: Schattauer Verlag
  • ICD 10
  • ICD 11
  • Lüllmann, H. et al.(1994): Taschenatlas der Phamakologie. Stuttgart: Thieme Verlag
  • Maletzki, W. et al. (Hrsg.)(2003) : Klinikleitfaden Pflege. Urban & Fischer
  • Mumenthaler M., Mattle H. (2008): Neurologie. Stuttgart, New York: Thieme Verlag
  • Röhr H.P. (1998): Weg aus dem Chaos. Walter
  • Rote-Liste-Service-Gmgh (Hrsg.)(2006): Rote Liste. Arzneimittelinformation für Deutschland. Frankfurt/Main
  • Thiel, H. et al. (Hrsg.)(2004): Klinikleitfaden Psychiatrische Pflege. Urban & Fischer
  • Vieten, M., Schramm A. (Hrsg.)(2001): Pflege konkret. Neurologie Psychiatrie. Pflege und Krankheitslehre, Lehrbuch und Atlas. München, Jena: Urban & Fischer

ACHTUNG! WIRD FORTLAUFEND ERGÄNZT!

Internet

Punkt Weiter mit PSYCHIATRIE – EINFÜHRUNG

Punkt Weiter mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

3. BPS – Ursachenhypothese

Es wird ein Zusammenspiel von vielen Faktoren diskutiert. Vor allem der Faktor Veranlagung – also ein genetischer Faktor – und dazu kommende sehr belastende Einflüsse durch das soziale Umfeld schon ab früher Kindheit .

  • Genetischer Faktor:
    • Veranlagung  zu großer Empfindlichkeit im Gefühlsbereich.
    • Dadurch überempfindliche heftige Reaktionen auf bestimmte Reize.
    • Langsame Rückkehr zum emotionalen Ausgangsniveau.
  • Sozialer Faktor:
    • Eine krankmachende Umgebung mit Gewalt, sexuellem Missbrauch oder anderen traumatisierenden Ereignissen.

Die Borderliner stehen so ständig unter Hochspannung. Selbstverletzendes Verhalten vielfältiger Art und anderes soziales Fehlverhalten (=dysfunktionales Verhalten, z.B. sehr starke Wutanfälle)  kann vorübergehend etwas Entspannung bringen. Aber nur kurzzeitig. Oft bekommen sie deswegen wieder Stress mit der Umgebung. Und ihre überheftigen Reaktionen kommen wieder. Ein regelrechter Teufelskreislauf…. immer wieder …. immer wieder…. ohne Ende…

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Häufigkeit

Es sollen ungefähr 2% der Bevölkerung von dieser Persönlichkeitsstörung betroffen sein. Die Mehrzahl davon sind Frauen (in der Literatur mit ca. 75% aller Borderliner angegeben)

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Weiter mit 4. BPS – Auslösesituationen

2. BPS – Beschreibung der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sind Menschen, die – nach den internationalen und amerikanischen Diagnoserichtlinien ICD 10 und DSM IV – an einer Persönlichkeitsstörung leiden. D.h. bestimmte Wesenszüge sind extrem ausgebildet.

Sie zeigen eine sogenannte stabile Instabilität:

Ein durchgängiges Muster von Instabilität im Bereich

  • der Stimmung,
  • der zwischenmenschlichen Beziehungen und des
  • Selbstbildes.

Vor allem ist die Emotionsregulation gestört. Die Menschen werden häufig von schmerzhaften Gefühlen und starker innerer Anspannung überflutet. Sie stehen dann unter extremer Hochspannung, die lange anhält. Sie versuchen, diese mit impulsiven und selbstschädigenden Verhaltensweisen abzubauen.

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Hier der Text, der auf meiner alten Homepagehttp://www.elke-zagadzki.de –  stand:

Der Begriff „Borderline“

Borderline ist ein englisches Wort und bedeutet Grenzlinie oder Grenzgebiet. Man bezeichnet die Persönlichkeitsstörung deshalb als Borderline-Störung, weil die Betroffenen an Auffälligkeiten leiden, die oft diagnostisch unklare Grenzzustände zwischen Neurosen und Psychosen sind. Diese Beschreibung ist aber nicht korrekt, da Neurosen und Psychosen psychische Erkrankungen sind, die irgenwann im Leben eines Menschen ausbrechen und auch relativ gut zu behandeln sind. Und unter Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung versteht man – zumindest in der gängigen Schulpsychiatrie – Menschen mit extrem ausgebildete Wesenszügen. Diese ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben eines Betroffenen. Sie haben also eigentlich keine Krankheit, die irgendwann ausbricht, sondern sie sind schon immer auffällig im Verhalten oder in ihrem Erleben gewesen. Sozusagen als ein Charakter- oder Persönlichkeitszug.

Diese Eigenschaft „gehört“ also zu ihnen, zu ihrer Person. Und wie Sie selbst nicht einfach so eine Persönlichkeitseigenschaft von Ihnen „wegtherapieren“ können – stellen Sie sich das mal praktisch vor: eine Eigenschaft von Ihnen, vielleicht Ihr lebhaftes Temperament, könnten andere einfach so „wegmachen“ – so lassen sich auch Borderline-Menschen schwer in ihren Extremwesenszügen beeinflussen. Das ist aber schlimm für die Betroffenen, da sie ziemlich unter sich leiden, aber auch andere leiden machen.
Es ist also schwierig zu beschreiben, was eigentlich hier „Grenzlinie“ bedeutet. In der Fachliteratur ist dies Gegenstand andauernder Diskussion, ebenso wie die Klärung der Entstehung und der Therapie.

Zur Geschichte

Der Begriff wurde in den 30er und 40er Jahren geprägt. Mit ihm wurde versucht zu beschreiben, dass man annahm, dass zwischen den leichteren psychischen Störungen – den Neurosen – und den sehr schweren psychischen Störungen (mit Störungen des Realitätsbezugs) – den Psychosen – wie auf einer Art Grenzlinie die Borderline-Zustände auftreten würden. Je mehr darüber geforscht wurde – vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten – wurde deutlich, dass es sich mehr um ein Borderland, ein Grenzland mit klaren Grenzen handelt – also ein eigenständiges Krankheitsbild und nicht ein Hin- und Herschwanken zwischen den zwei Bereichen der Neurosen und Psychosen.

In welchem Sinne wird der Begriff gebraucht?

Der Begriff Borderline ist verwirrend. Die Diagnose wird auch dadurch erschwert, daß er in drei Weisen in der Literatur gebraucht wird.

  • Als Verlegenheitsdiagnose

Er war lange Zeit eine Verlegenheitsdiagnose, eine Art Abfalleimer für Patienten, die sich weder in eine neurotische, noch eine andere psychiatrische Kategorie einordnen ließen. Und er wurde benutzt für besonders schwierige Patienten, bei denen man zunächst von einer neurotischen Störung ausging, bei denen sich im Laufe der Behandlung aber herausstellte, dass sie viel schwerer krank sind. In diesem Sinne wird der Begriff heute nicht mehr verwendet.

  • In rein beschreibendem Sinne (bei der psychiatrischen Diagnostik)

Der Begriff wird in rein beschreibendem Sinne in der amerikanischen Klassifikation DSM 4 und in der internationalen Klassifikation ICD 10 benutzt. Es ist in beiden Fällen eine Checkliste von Symptomen.

Wenn die Patienten 5 von 8 Symptomen erfüllen, können Sie die Diagnose Borderline stellen. Das ist klinisch gesehen sehr praktisch, geht aber nicht in die Tiefe für das Verständnis der Persönlichkeitsorganisation. Die Begriffsbenutzung in diesem Sinne ist aber sehr üblich in der Psychiatrie.

  • Als Konzept der Borderline-Persönlichkeitsorganisation (bei der tiefenpsychologischen Diagnostik)

Ein drittes Konzept wurde von Otto Kernberg und Michael Stone entwickelt. Es ist kein beschreibendes Konzept, sondern eines, was die psychische Struktur der Menschen beleuchtet. Es eröffnet im analytischen Sinn ein Verständnis für die Persönlichkeitsorganisation.

Dieses Konzept ist von Vorteil, weil es hilft, leichtere von schwereren Persönlichkeitsstörungen zu unterscheiden. Und man kommt durch die Diagnose sofort auf wichtige Aspekte der Behandlung.

 

Da ich mich hier als Vertreter der „normalen“ Schulpsychiatrie fühle und auch in diesem Sinne unterrichtet habe, verwende ich den Borderline-Begriff vor allem im psychiatrischen Diagnostiksinne. Leser, die mehr psychodynamisch orientiert sind, werden also nicht so sehr „auf ihre Kosten kommen“.

 

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