1.2.2. Qualitative Bewusstseinsstörungen

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1.2.Psychopathologischer Befund Bewusstsein
„Teile“ der Psyche, die bei einem psychopathologischen Befund beschrieben werden
1.2.2.Qualitative BWStörungen
Auffälligkeiten des Bewusstseins

Qualitative Bewusstseinsstörungen sind schwieriger zu verstehen als die quantitativen. Sie sind komplexer und vielseitiger. Die Bewusstseinsinhalte sind verändert. Dazu kommen auch häufig quantitative Bewusstseinsstörungen.

Bewusstseinsverschiebung (Bewusstseinssteigerung bzw -erweiterung)

Die Wahrnehmung erscheint lebhafter und man nimmt ganz andere Dinge als sonst wahr. Der Mensch erscheint ekstatisch („entrückt“), schildert umfassende Erkenntnisse und Einsichten.

Vorkommen:

  • Unter halluzinogenen Drogen oder Psychostimulantien
  • Evt. in einer Manie und
  • Zu Beginn einer Schizophrenie

 

Bewusstseinseinengung

Vorkommen:

  • Diese kennen viele „normale“ Menschen, wenn sie sehr stark konzentriert sind und ihre Aufmerksamkeit sehr eingeengt ist. Sie nehmen dann nur bestimmte, für sie interessante, Dinge wahr. Alles andere wird ausgeblendet.
  • Und beim autogenen Training wird dies ganz bewusst trainiert.
  • Oder in therapeutischer Hypnose bewusst hervorgerufen.
  • Dämmerzustände sind pathologische
    • Bewusstseinseinengungen, die oft  plötzlich eintreten und ebenso abrupt aufhören.
    • Charakteristisch ist eine starke Einengung auf ein bestimmtes inneres Erlebniselement oder einen entsprechenden Erlebnisbereich und eine nachfolgende Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
    • Das Verhalten kann formal geordnet sein (geordneter Dämmerzustand). Die Umwelt bekommt davon oft gar nichts mit.
    • Oder das Verhalten ist schwerwiegend gestört bis hin zu einem plötzlich einsetzenden Erregungszustand gegenüber der Umwelt und dem eigenen Körper mit Fremd- und Selbstbeschädigungen (ungeordneter Dämmerzustand).
  • Auch Schlafwandeln gilt als Dämmerzustand. Ich würde es aber nicht als krankhaft bezeichnen.

 

Delirium tremens

Wird oft in Psychiatriebüchern als eigenständiges Krankheitsbild abgehandelt, weniger unter qualitativen Bewusstseinsstörungen aufgeführt. In diesem Zusammenhang wird dann dieser Zustand als Verwirrtheit und Bewusstseinseintrübung bezeichnet.

Symptome:

  • Mangelnde Klarheit des Erlebens
  • Gesteigerte psychomotorische Aktivität
  • Teilweise oder vollständige Desorientierung
  • Unzusammenhängendes Denken
  • Illusionäre Verkennungen und Halluzinationen
    • Oft sind optische Halluzinationen suggerierbar (dem Patienten „einzureden“).
  • Häufig vegetative Begleiterscheinungen
    • Schwitzen
    • Tachycardie
    • Zittern
    • Temperaturerhöhung
    • Austrocknung….
  • Delirien entstehen nicht plötzlich – wie beim Dämmerzustand – , sondern haben ein leichtes Anfangsstadium, was allmählich immer schlimmer wird.
  • Auch hier besteht hinterher eine Amnesie, wobei oft „Erinnnerungsinseln“ übrig bleiben.

Vorkommen:

  • Alkoholentzug bei Alkoholismus
  • Medikamentenentzug bei körperlich abhängig machenden Medikamenten
  • Komplikationen bei verschiedensten Medikamenten wie Atropin, Antiparkinsonmitteln, Antidepressiva…
  • Fliegenpilzvergiftung
  • Stoffwechselentgleisungen
  • Als akute organische Psychose bei alten Menschen mit cerebralen Durchblutungsstörungen, Flüssigkeitsmangel und Fieber.

 

Oneiroides Bewusstsein

Symptome:

  • Traumhafte Veränderung des Erlebens
  • Erhaltene Wachheit
  • Formal geordnetes Denken
  • Sinnvolles geordnetes Handeln.
  • Es ist ein Zustand, der vom Betroffenen nach Abklingen als „wie im Traum“, „so unwirklich“ bezeichnet wird, obgleich volle Erinnerung besteht.

Vorkommen:

  • Exogene und endogene psychotische Zustände
  • Epilepsie
  • Zerebrale Durchblutungsstörungen
  • Fieber.

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10. Epilepsie – Therapie, Betreuung

10 Epilepsie Therapie Betreuung

1 – Während eines Anfalls

WährendEinesAnfalls
Unterrichtsfolie, -übersicht: Maßnahmen während und nach einem Anfall (Grand Mal)

2 – Status epilepticus

Notfall! Notarzt, Einweisung auf Intensivstation.

3 – Lebensgestaltung

 

Lebensgestaltung
Unterrichtsfolie, -übersicht: Lebensgestaltung

4 – Langzeittherapie

Antiepileptika (= Antikonvulsiva)

5 – Operative Therapie

Bei Medikamentenresistenz und günstiger Lage eines Herdes: chirurgische Beseitigung dieses Herdes.

6 – Vagusschrittmacher

Der Vagusnerv ist ein Hirnnerv. Er dient der Ruhe, Erholung und Verdauung und ist der wichtigste parasympathische Nerv. Wenn er stimuliert wird durch einen Schrittmacher – so wie das Herz mit einem Herzschrittmacher – , wird u.a. das Gehirn gedämpft. So, als würde jemand Antiepileptika zu sich nehmen. Dadurch können Anfälle verhindert werden.
Anwendung: therapieresistente Epilepsien

7 – Therapiehunde

8 – Heilpädagogisches Handeln

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Unterrichtsfolie, -übersicht: Heilpädagogisches Handeln bei Epilepsie
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Foto: Pexels.com

Weiter mit 11. Epilepsie – Prognose