Schizophrenie Symptome – Sinnestäuschungen – speziell HALLUZINATIONEN

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Übersicht über häufige Halluzinationen:

Körperhalluzinationen:

Geschmackshalluzinationen:

Geruchshalluzinationen:

Optische Halluzinationen:

Akustische Halluzinationen:

Die häufigsten Halluzinationen sind bei Menschen mit Schizophrenie akustische Halluzinationen, und zwar das Hören von Stimmen. Diese werden von den Betroffenen in ihrem Körper oder um sie herum wahrgenommen und haben Realitätscharakter.

Siehe auch Halluzinationen unter

*LEXIKON A-Z* >H – Stilvolles Schneckentempo (elkezagadzki.blog)

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Schizophrenie Symptome – Sinnestäuschungen

SCHIZOPHRENIE

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ICH BIN REIF (???) – , um mich aufs ALTER und STERBEN vorzubereiten. Aber nicht nur und nicht sofort. Der letzte (???) Lebensabschnitt soll spannend werden…

Ich bin Ärztin und medizinische Fachschullehrerin im „broterwerblich“-beruflichen Ruhe- und Freiheitsstand. Ich habe vor allem Schüler in den Ausbildungsbereichen Heilpädagogik, Heilerziehungspflege, Gesundheits- und Krankheitspflege unterrichtet.

Es waren überwiegend psychiatrische und neurologische Themen, aber auch psychologische Inhalte.

Sie finden hier alle meine Arbeitsblätter, Fallbeispiele und Unterrichtsvorlagen unter

*PSYCHIATRISCHES, NEUROLOGISCHES, PSYCHOLOGISCHES …*  – sofern sie ausschließlich von mir entwickelt wurden. Sie können von Ihnen einfach so benutzt werden. Ich freue mich, wenn sie noch Verwendung finden. Ich benötige sie nicht mehr.

Und da ich mir jetzt den LUXUS DER LANGSAMKEIT leiste und gönne, wird das Hineinstellen ganz allmählich, geruhsam und achtsam geschehen. Eben im SCHNECKENTEMPO.

Außerdem habe ich jetzt Zeit, über mein Leben nachzusinnen – über

mein *GESTERN*

mein *HEUTE*

mein *MORGEN*

Hier passt glatt ein Zitat aus dem Kriminalroman „Ostfriesen Hölle“ von Klaus-Peter Wolf (Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main, März 2020, Seite 176, http://www.klauspeterwolf.de)  hin. Sein Kriminalkommissar, der beide Arme in Gips hat, sagt:

„Ich musste mir erst beide Arme brechen, um mir ganz existentielle Fragen zu stellen.

  • Wer bin ich?
  • Was will ich mit dem Rest meines Lebens anfangen?
  • Habe ich Ziele?
  • Was sind das für Ziele?
  • Waren es je meine eigenen, oder bin ich immer nur fremden Wünschen und Vorstellungen hinterhergelaufen?“

Ich habe mir natürlich nicht die Arme gebrochen. Aber meine neue Lebenssituation ist für mich so total umwerfend anders als mein ganzes bisheriges Leben, dass diese Themen einfach dran sind. Und vielleicht entdecken diese Seiten hier Besucher, die sich mit mir austauschen wollen…

Darüber hinaus finden Sie hier:

Punkt *LEXIKON A-Z* 

Hier sind vor allem neurologische und psychiatrische Fachbegriffe erklärt, aber nicht nur. Und

Punkt *FREMDE FEDERN…*

Herzliche Grüße aus der Freiheit von
Elke Zagadzki, im Dezember 2020


1.1. Affektivität

1.1. Affektivität
„Teile“ der Psyche, die bei einem psychopathologischen Befund beschrieben werden

1.1.Affektivität
Auffälligkeiten in der Affektivität

Affektivität

(lat. affectus = Gemütsstimmung, Empfindung, Leidenschaft)

ist die Gesamtheit der Gefühlsregungen und Stimmungen.

Stimmung

ist im Unterschied zum Affekt ein längerdauernder Gefühlszustand.
Typische Stimmungen:
– Traurigkeit
– Fröhlichkeit
– Gereiztheit

Depressive Stimmung

Gedrückte , pessimistische, hoffnungslose, niedergeschlagene, verzagte Stimmungslage, die die Traurigkeit weit übersteigt. Dazu kommt häufig Antriebsminderung , Angst, Selbsttötungsneigung und vermindertem Selbstwertgefühl. Die Affekte dazu drücken häufig keine Traurigkeit aus (z.B. mit Weinen oder kummervollem Gesichtsausdruck),  sondern sie wirken sehr erstarrt, so als ob eine „Gefühlslosigkeit“ in diesem Menschen herrscht.

Vorkommen:

– endogene Depressionen
– reaktive und neurotische Depressionen
– exogene Depressionen durch Gehirnerkrankungen

Euphorische Stimmung

Extrem heitere Stimmung mit Sorglosigkeit, Optimismus, subjektivem Wohlbefinden und gesteigertem Selbstwertgefühl.

Vorkommen:

– endogene Manie im Rahmen einer manisch-depressiven Krankheit (affektive Psychose)
– exogene Manie durch Gehirnerkrankungen oder durch Psychostimulantien u.ä. .

Gereizte Stimmung

Auf kleine und kleinste Zurücksetzungen oder Fehlschläge wird mit stärkerer Verstimmung, Freudlosigkeit und mühsam beherrschter Wut reagiert.

Vorkommen:

– bei Persönlichkeitsstörungen (als extreme Persönlichkeitseigenschaft)
– besonders aber bei manchen organischen Hirnerkrankungen, z.B. nach Hirnverletzungen und ab und an bei Epilepsie.

Affekte

Hier sind in der Psychiatrie sämtliche Gemütsäußerungen gemeint (z.B. Weinen, Lachen), verbunden mit körperlich-vegetativen Begleiterscheinungen (z.B. bestimmte Mimik, Schwitzen …).

Affektstörungen

Affektlabilität

Die Gefühle und Gefühlsäußerungen wechseln rasch, sobald ein bestimmter kleinerer Außenreiz kommt. Zum Beispiel: kleine Rührszene im Fernsehen –> sofortiges Losschluchzen.

Vorkommen:

– bei hirnorganischen Schäden (organisches Psychosyndrom, siehe dort im Lexikon)
– habituell (lateinisch = gewohnheitsmäßig) bei psycholabilen Menschen (Jemand ist „nahe am Wasser gebaut.“)
– bei körperlicher und seelischer Erschöpfung (bei sonst unauffälligen Persönlichkeiten), evt. beim prämenstruellen Syndrom
– bei emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen vom impulsiven Typus (Borderline Persönlichkeitsstörung), bei denen eine besondere Labilität in Richtung Explosivität und Aggressivität besteht
– bei Kindern
– bei manisch-depressiven Mischzuständen

Affektinkontinenz

Eine Steigerung der Affektlabilität. Die Anlässe, die Gemütsäußerungen hervorrufen können, sind hier noch geringfügiger. Oft ist gar kein Anlass zu finden. Es entstehen ganz rasch intensive emotionale Reaktionen (überschießendes Lachen oder Weinen), die eine übermäßige Stärke haben und nicht beherrscht werden können. Die emotionalen Äußerungen klingen meist rasch wieder ab.

Beispiel:

Ein dementer Mensch, den man nach seinem Namen fragt, fängt bitterlich an zu weinen.

Vorkommen:
– bei hirnorganischen Schäden (organisches Psychosyndrom).

Affektinkontinenz ist zu unterscheiden vom sog. pathologischen Lachen und Weinen, ältere Bezeichnung Zwangslachen und Zwangsweinen.

Inadäquate Affekte

„Unangemessene“ Gefühlsäußerungen. Sie werden auch als paradoxe Affekte bezeichnet. Hier passen die Gefühlsäußerungen eines Menschen nicht mit seinen Gedankeninhalten oder seiner Stimmmung oder einer bestimmten Situation zusammen.

Man sagt dazu auch Parathymie.

Z.B. ganz traurige Erlebnisse können munter lächelnd erzählt werden.
Hier bleibt für den Untersucher aber häufig offen, ob es sich wirklich um eine Inadäquatheit der Gefühle – am Beispiel, der Erzähler empfindet bei der Schilderung des ganz traurigen Erlebnisses gar keine Traurigkeit, im Gegenteil – oder um eine Inadäquatheit der Gefühlsäußerungen (=Paramimie) – am Beispiel, der Erzähler empfindet die Traurigkeit beim Erzählen, nach außen zeigt die Mimik aber das Gegenteil – handelt.

Affektverflachung

Wird manchmal auch etwas unschön als Abstumpfung, Affektlahmheit, Affektstarre oder Affektverödung bezeichnet.
Der Betroffene verliert das Mitempfinden, die emotionale Schwingungsfähigkeit (Spannbreite der Gefühle) verringert sich. Es lassen sich Gefühlsäußerungen nur schwer auslösen. Im Extremfall wirken Betroffene nach außen teilnahmelos und gefühlsleer. Hier scheint ein Leidensdruck zu fehlen.

Affektsperre

Unfähigkeit, Gefühle durch Affekte mitzuteilen. Die vorhandenen Gefühle lassen sich nicht an Mimik, Gesichtsausdruck, Gestik ablesen. Die Menschen wirken undurchsichtig.

Abschwächung aller Gefühle (Gefühlsverarmung)

Oft schmerzlich empfundene Gefühlsverarmung bis hin zu einem Gefühl der Empfindungslosigkeit. Die Patienten haben das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können und innen leer zu sein.
Zum Beispiel sagt ein junger Mann mit Schizophrenie zu seinem Vater; „Ich wollte, ich könnte aufwachen und mich ganz mies fühlen – das wäre besser, als gar nichts fühlen.“

Ambivalenz

Wird meistens in der Literatur zu den Affektstörungen gezählt. Ich habe sie aber unter dem Extrapunkt Ambivalenz gesondert genannt und beschrieben.

Punkt Weiter mit 1.2. Bewusstsein

 

1. Einführung Psychiatrie – Psychopathologischer Befund

Der psychopathologische Befund ist die Beschreibung von psychischen Auffälligkeiten eines Menschen. Diese Auffälligkeiten sollten möglichst einfach und verständlich beschrieben werden. Der psychopathologische Befund ist für die Diagnosefindung sehr wichtig.

Wenn Sie den psychischen Zustand eines Menschen beschreiben möchten, sollten Sie auf ganz bestimmte „Teile“ der Psyche achten – z.B. auf das Bewusstsein, auf die Orientierung, auf die Stimmung u.s.w.

Ich habe die Begriffe alphabetisch geordnet.

In der Praxis beginnt man meist mit der Einschätzung des Bewusstseins, der Orientierung, der Psychomotorik und des äußeren Erscheinungsbildes. Die Reihenfolge kann aber auch beliebig anders gewählt werden.

Hier eine Übersicht.

Psychopathologischer Befund
„Teile“ der Psyche, die bei einem psychopathologischen Befund beschrieben werden

Punkt 1.1. Affektivität

Punkt 1.2. Bewusstsein

Punkt 1.3. Denken, formales

Punkt 1.4. Denken, inhaltliches

Punkt 1.5. Gedächtnis

Punkt 1.6. Ich-Erleben

Punkt 1.7. Wahrnehmung

Punkt 1.8. Orientierung, Psychomotorik, Suizidalität

 

BPS – Zusammenfassung

Unten stehende Texte hatte vor einigen Jahren eine Schülerin im Rahmen ihres Vortrages über Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Ich habe sie nur leicht „verhübscht“. Den Lückentext kann man gut als Themenabschluss mit einer Klasse durchgehen. Das dient der Wiederholung, und dann haben auch die Schüler etwas, die geschlafen haben  🙂 oder nicht da waren.

Meine Schülerin hatte sich während ihres Vortrages als BPS-Betroffene und als Therapieerfahrene mit der DBT geoutet. Sie war immer ein Sorgenkind in meiner Klasse gewesen. Jetzt konnten ich und auch viele ihrer Mitschüler ihre Verhaltensweisen total nachvollziehen und auch ganz anders  darauf reagieren. Danke für Ihren Mut! Ich habe viel von Ihnen gelernt!

Ich hoffe, Sie als Leser können hier die odt-Dateien öffnen. Wenn es nicht klappt, melden Sie sich bitte. Ich bastele dann gerne herum, bis es in Ordnung geht.

Lückentext Borderline Zusammenfassung

Lückentext Lösung Borderline-Persönlichkeitsstörung Zusammenfassung

 

 

7. BPS – Prognose

Klinisch-psychiatrisch  auffällig werden Borderline-Menschen im frühen Erwachsenenalter durch bestimmte Auslösesituationen (siehe da) mit der als Folge typischen „stabilen Instabilität“ mit Dekompensation. Diese Instabilität zieht sich dann wie ein roter Faden durch ihr Leben. Sie leben ständig auf Zeitbomben, die hin- und wieder in die Luft gehen…

Im Alter werden sie häufig ausgeglichener und unauffälliger. Und Menschen, die eine intensive Psychotherapie gemacht haben (DBT), können oft sehr gut ihr „Borderlinepäcklein“ tragen, auch wenn es immer wieder mal schlechtere Zeiten gibt.

Wichtig ist, dass Borderliner selber aktiv etwas tuen, damit es ihnen besser geht. Auch wenn es natürlich sehr ungerecht ist: Meistens sind sie durch äußere ungünstige Umstände (z.B. Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch) so geworden. Haben also nie daran „Schuld“.  Aber es geht nicht anders: Nur wenn sie aktiv Hilfe suchen und diese ganz bewusst in Anspruch nehmen, kann ihnen auch geholfen werden.

So wie ein ins tiefe Wasser böswillig hineingeworfener Mensch aktiv schwimmen muss, um ans Ufer zu kommen. Ansonsten ertrinkt er, wenn nicht unmittelbar in seiner Nähe ein Rettungsanker ist.

 

Weiter mit Zusammenfassung BPS

6. BPS – Therapie

Die Therapie ist oft sehr langwierig und schwierig. Es werden verschiedene Psychotherapien angewendet: stützende Psychotherapie, psychodynamische Therapien, verhaltentherapeutische Ansätze – alles möglich in Einzel-, Gruppen- oder stationären Therapien. Auch Psychopharmaka haben sich in bestimmten Situationen (bei Depressionen oder aggressiven Ausbrüchen) bewährt.

Als eine bestimmte Kombination aus all den oben erwähnten Möglichkeiten hat sich die DBT = Dialektisch-Behaviorale Therapie etabliert, mit gutem Erfolg:

Dialektische Arbeitsweise bedeutet, dass aus zwei gegensätzlichen Extremen, die sich eigentlich widersprechen und nicht zusammen passen, eine Balance zwischen den Extremen gefunden wird. Sozusagen ein Mittelweg. Für Borderline bedeutet dies, dass aus ihrem typischen Schwarz-Weiß-Denken oder Gut-Böse-Denken durch die Therapie ein Denken auch in verschiedenen Graustufen entstehen kann. Beispiel: Mein Partner ist nicht super-gut (Idealisierung) oder ganz-doll-böse (Entwertung des Partners), sondern er hat gute und schlechte Seiten, wie alle Menschen auch. Und ich als Borderliner kann mich drauf einstellen und angemessen reagieren. Und muss mich nicht gleich suizidieren, wenn er mal schlecht drauf ist.

Behaviorale Therapie bedeutet, dass diese spezielle Therapie v.a. auf Verhaltenstherapie (behavioral = das Verhalten betreffend) basiert.

Einige Gedanken zur DBT:

– Intensive Psychotherapie mit Psychotherapeuten und einem Behandlungsteam aus Betreuern und Trainern.
– Die Therapie erfolgt als Einzel- und Gruppentherapie und als telefonische Beratung.
– In der Therapie werden das Selbstwertgefühl des Klienten und soziale und andere Fertigkeiten gestärkt
– In der Therapie spielt vor allem das Skills -Training und ein „Notfallkoffer“ eine große Rolle.
– In Krisensituationen werden auch kurzfristig Medikamente eingesetzt.
– Das Therapieziel ist, dass der Klient mit Borderline sein Alltagsleben gut hinbekommt und nicht seinem impulsiven Handeln ausgeliefert ist. Der Klient soll nicht im Schwarz-Weiß-Denken und – Handeln stecken bleiben, sondern einen eigenen Mittelweg für seine Einschätzung von Situationen und seine Problembewältigung finden (siehe oben dialektische Arbeitsweise).

– Die DBT besteht aus vier Bausteinen:
1. der Einzeltherapie
2. Fertigkeitentraining (Skillstraining) in der Gruppe
3. für Notfälle telefonischer Kontakt mit dem Therapeuten und dazu regelmäßige
4. intensive kollegiale Beratung

 

Weiter mit 7. BPS – Prognose

 

 

5. BPS – Merkmale

 

SymptomeBorderlineLösungFolieGes

Einige Erläuterungen dazu.

  • Paranoide Zustände: Aus überstarken Gefühlen, z.B. Hass oder Angst, kann sich ein Wahnerleben entwickeln, es könnte ein Verfolgungswahn entstehen. Wahn ist eine inhaltliche Denkstörung, die Realität wird falsch interpretiert. Der Betroffene ist davon felsenfest überzeugt, er kann sich nicht korrigieren. Es ist ein psychotischer Zustand.
  • Dissoziativer Zustand: Übersetzt „Abtrennung“. Durch überstarke Empfindungen, die vom Betroffenen als Trauma empfunden werden und nicht ausgehalten werden können, kann sich die Erinnerung abspalten mit Erinnerungsverlust. Oder die erlebten Gefühle spalten sich ab, sodass der Betroffene völlig ohne Gefühlsregung schlimme Situationen, die er erlebt hat,  schildern kann. Oder die Kontrolle von Körperbewegungen und Körperfunktionen „trennen sich ab“ vom Betroffenen, sodass er vielleicht Lähmungen oder Krämpfe bekommt, die keine körperlichen Ursachen haben.
  • Hohes Einfühlungsvermögen: Eine hohe Empathie anderen gegenüber ist eigentlich etwas sehr Schönes. Es kann eine tiefe Verbundenheit zu anderen Menschen entstehen, man kennt den anderen Menschen in- und auswendig, kann Leid und Freude beim Anderen verspüren und nachempfinden, kennt seine Stärken und Schwächen. Wenn sich aber Borderliner im Stich gelassen oder enttäuscht vom anderen fühlen, verwenden sie dieses Wissen – sozusagen als Notfallhandlung – gegen diese Menschen, spielen verschiedene Menschen gegeneinander aus oder entwickeln Intrigen. Einfach, um sich besser zu fühlen und um etwas in ihrem Sinne zu erreichen. Das ist wichtig zu wissen, falls Sie in einem Team mit Borderline-Menschen arbeiten. Hier ist absolute Teamarbeit gefragt, alle müssen an einem Strang ziehen, Unstimmigkeiten müssen in Teambesprechungen offen gelegt werden…
  • Unsicherheiten in der Identität: Oft haben Borderliner sehr große Unsicherheiten in bezug auf ihre sexuelle Ausrichtung, auf ihre Berufswahl, ihren Freundeskreis,  ihre Interessen.
  • SVV= Selbstverletzendes Verhalten
  • SV= Suizidversuch
  • S= Suizid

 

Für den Unterricht als Arbeitsgrundlage habe ich oft mit unten abgebildeten Lückenbild gearbeitet.

SymptomeBorderlineLückenbildGes

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Hier der Text von meiner alten Homepage http://www.elke-zagadzki.de:

Nach dem DSM IV „müssen“ die Betroffenen mindestens fünf der folgenden Kriterien „erfüllen“, damit bei ihnen die Diagnose „Borderline-Persönlichkeitsstörung“ gestellt werden kann. Das klingt natürlich alles sehr formal und auch „herzlos“. Aber vielleicht können Sie es als Hilfe ansehen, zu diesem sehr komplizierten und dramatischen Thema wenigsten etwas den „roten Faden“ zu behalten. Ich werde die Kriterien also einfach relativ knapp aufzählen:

  1. Ein Muster von instabilen, aber intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen

Zeichnet sich aus durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Überidealisierung („Du bist mein Vorbild, Du kannst alles, Du bist der beste und einzigste…“) und Abwertung („Du bist schlecht, Du bist wie die anderen, ich hasse Dich…).
Die Überidealisierung brauchen Boderline-Menschen als Stütze ihres Selbst.
Die Entwertung zeigt sich darin, daß die Betroffenen schnell erbost und enttäuscht sind, wenn andere ihre Erwartungen nicht erfüllen. Sie bleiben aber trotzdem intensiv an sie gebunden wegen der Angst vor Alleingelassenwerden. Häufig werden Suizidversuche als Mittel angewendet, damit der Partner da bleibt (siehe Punkt 5).

2. Impulsivität und Unberechenbarkeit im Triebleben

Bei mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten:

– Geldausgeben
– Sexualität
– Substanzmißbrauch
– Ladendiebstahl
– rücksichtsloses Fahren
– Freßanfälle, Bulimia, Anorexia nervosa

3. Instabilität im affektiven Bereich

Ausgeprägte Stimmungsänderungen von der Grundstimmung zu Depression, Reizbarkeit oder Angst.
Diese Zustände dauern gewöhnlich einige Stunden oder – in seltenen Fällen – länger als einige Tage an.

4. Übermäßige, starke Wut oder Unfähigkeit, die Wut zu kontrollieren

– häufige Wutausbrüche
– andauernde Wut
– Prügeleien.

5. Wiederholte Suiziddrohungen, -andeutungen oder -versuche und selbstverletzendes Verhalten (SVV)

–  Suizidversuche dienen u.a. als Mittel, den Partner zu binden, aber auch als ernstgemeinter Hilfeschrei.
– Selbstverstümmelungen wie Schneiden, mit Zigarette sich verbrennen, Kratzen
==> der Schmerz hilft den Betroffenen, sich ihrer selbst zu vergewissern
==> vermitteln sich auf diese Weise die Gewißheit, noch am Leben zu sein

6. Ausgeprägte und andauernde Identitätsstörung

(„Ich habe eine Identität“ heißt, ich bin mir sicher, eine ganz spezielle Person zu sein, mit ganz bestimmten Eigenschaften. Und ich weiß: „Ich bleibe, wer ich bin und war.“)
Borderline-Menschen haben Identitätsunsicherheiten in mindestens zwei der folgenden Lebensbereiche:
– dem Selbstbild (deshalb brauchen sie die Idealisierung des Partners als Stütze oder die Bestätigung ihrer Selbst durch Schmerzen)
– der sexuellen Orientierung
– den langfristigen Zielen oder Berufswünschen
– in der Art der Freunde oder Partner
– in den persönlichen Wertvorstellungen.

7. Chronisches Gefühl der Leere oder Langeweile

8. Verzweifeltes Bemühen, ein reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern

(hier sind nicht Suizid oder selbstverletzendes Verhalten gemeint, das steht extra unter Punkt 5.).
Psychogramm

Ein Psychogramm ist die Bezeichnung für eine übersichtliche Darstellung von auffälligen Persönlichkeitszügen eines Menschen. Diese Persönlichkeitszüge werden durch bestimmte psychologische Testuntersuchungen (Psychographie) sichtbar. So ein Psychogramm kann den Menschen natürlich auch nicht vollständig erfassen, es zeigt nur ein Teilbereich von ihm. Es fallen aber bei Borderline-Menschen bei diesen Untersuchungen besonders folgende Persönlichkeitszüge auf:

– Sie sind sehr empfindsam.
– Sie können ihr Gegenüber sehr gut einschätzen.
– Sie nutzen ihr Einfühlungsvermögen besonders dann, wenn sie sich abgrenzen wollen und sich in die Enge getrieben fühlen. Dann können sie den Anderen mit Worten oder Taten an seinen sensibelsten Punkten treffen und kränken ihn damit.
– Sie sind leicht verletzbar.
– Sie haben große Minderwertigkeitsgefühle.
– Sie wirken selbstbezogen.
– Sie sind wenig belastbar.
– Sie empfinden ihre Gefühle überstark.
Dadurch entwickeln sie manchmal wahnartige Vorstellungen von dem, was andere ihnen antun.
– Sie reagieren oft mißtrauisch, da sie die Umwelt als wenig verläßlich erleben.
– Sie sind leicht reizbar.
– Aus innerer Bedrängnis entwickelt sich daraus schnell Aggressivität.
– Sie leiden unter Wiederholungszwang.
Sie bringen sich immer wieder in Situationen, in denen sie sich schädigen oder andere ihnen neues Leid antun. Wer im Leben nicht erfahren konnte, daß er eigene Werte und Stärken hat, kann dazu neigen, sich unbewußt nur dann wirklich lebendig zu fühlen, wenn er gedemütigt, beschädigt und unterworfen wird.

 

Weiter mit 6. BPS – Therapie

 

 

 

 

3. BPS – Ursachenhypothese

Es wird ein Zusammenspiel von vielen Faktoren diskutiert. Vor allem der Faktor Veranlagung – also ein genetischer Faktor – und dazu kommende sehr belastende Einflüsse durch das soziale Umfeld schon ab früher Kindheit .

  • Genetischer Faktor:
    • Veranlagung  zu großer Empfindlichkeit im Gefühlsbereich.
    • Dadurch überempfindliche heftige Reaktionen auf bestimmte Reize.
    • Langsame Rückkehr zum emotionalen Ausgangsniveau.
  • Sozialer Faktor:
    • Eine krankmachende Umgebung mit Gewalt, sexuellem Missbrauch oder anderen traumatisierenden Ereignissen.

Die Borderliner stehen so ständig unter Hochspannung. Selbstverletzendes Verhalten vielfältiger Art und anderes soziales Fehlverhalten (=dysfunktionales Verhalten, z.B. sehr starke Wutanfälle)  kann vorübergehend etwas Entspannung bringen. Aber nur kurzzeitig. Oft bekommen sie deswegen wieder Stress mit der Umgebung. Und ihre überheftigen Reaktionen kommen wieder. Ein regelrechter Teufelskreislauf…. immer wieder …. immer wieder…. ohne Ende…

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Häufigkeit

Es sollen ungefähr 2% der Bevölkerung von dieser Persönlichkeitsstörung betroffen sein. Die Mehrzahl davon sind Frauen (in der Literatur mit ca. 75% aller Borderliner angegeben)

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Weiter mit 4. BPS – Auslösesituationen