D

 

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  • Dämmerzustände
    Dämmerzustände sind Bewusstseinseinengungen, die oft plötzlich eintreten und ebenso abrupt aufhören. Charakteristisch ist eine starke Einengung auf ein bestimmtes inneres Erlebniselement oder einen entsprechenden Erlebnisbereich und eine nachfolgende Erinnerungslosigkeit (Amnesie). Das Verhalten kann formal geordnet sein (geordneter Dämmerzustand) oder schwerwiegend gestört bis hin zu raptusartigem Verhalten gegenüber der Umwelt und dem eigenen Körper mit Fremd- und Selbstbeschädigungen.

 

  • Delirium tremens
    Wird oft in Psychiatriebüchern als exogene Psychose abgehandelt, weniger unter qualitativen Bewusstseinsstörungen aufgeführt. In diesem Zusammenhang wird dann dieser Zustand als Verwirrtheit und Bewusstseinseintrübung bezeichnet. Es ist ein Zustand mit mangelnder Klarheit des Erlebens und gesteigerter psychomotorischer Aktivität, teilweise oder vollständige Desorientierung und unzusammenhängendem Denken (Verwirrtheit), illusionären Verkennungen und Halluzinationen. Oft sind optische Halluzinationen suggerierbar (dem Patienten „einzureden“). Häufig vegetative Begleiterscheinungen (Schwitzen, Tachycardie, Zittern, Temperaturerhöhung, Austrocknung…). Delirien entstehen nicht plötzlich – wie beim Dämmerzustand – ,sondern haben ein leichtes Anfangsstadium, was allmählich immer schlimmer wird. Auch hier besteht hinterher eine Amnesie, wobei oft „Erinnnerungsinseln“ übrig bleiben.
    Vorkommen:
    – Alkoholentzug bei Alkoholismus
    – Medikamentenentzug bei körperlich abhängig machenden Medikamenten
    – Komplikationen bei verschiedensten Medikamenten wie Atropin, Antiparkinsonmitteln, Antidepressiva…
    – Fliegenpilzvergiftung
    – Stoffwechselentgleisungen
    – als akute organische Psychose bei alten Menschen mit cerebralen Durchblutungsstörungen, Flüssigkeitsmangel und Fieber.

 

  • Demenz
    Demenz entsteht durch Abbau von Gehirnsubstanz aus unterschiedlichen Ursachen. Dadurch gehen alle erlernten geistigen und praktischen Fähigkeiten und ein bestimmtes Persönlichkeitsniveau verloren. Es ist häufig ein chronisch fortschreitender, irreversibler Prozeß.
    Demenzformen sind u.a. Alzheimer-Demenz, Picksche Krankheit, Multiinfarkt-Demenz, Alkohol-Demenz.

 

  • Denken, formales
    Damit ist der Denkablauf, der Gedankengang gemeint. Also z.B. die Denkgeschwindigkeit – angemessen, zu langsam oder zu schnell. Oder denke ich unzusammenhängend oder in ersichtlicher Reihenfolge…

 

  • Denkstörungen, formale
    Sind Störungen des Gedankenganges.

    • Denkzerfahrenheit
      Völlig zusammenhangloses und zerrissenes (inkohärentes) Denken und Sprechen. Im Extremfall „Wortsalat“.
    • Gedankenabreißen (oder Gedankensperre)
      Plötzliches Abbrechen eines bis dahin flüssigen Gedankenganges ohne erkennbaren Grund.
      Oft wird das Gedankenabreißen als Folge eines Gedankenentzugs beschrieben: Der Patient sagt, der Gedanke sei plötzlich weg, jemand habe ihn weggenommen. Die formale Denkstörung wird also vom Patienten als Störung des Ich-Erlebens wahrgenommen.
    • Begriffszerfall
      Die Bedeutung der verschiedenen Wörter werden nicht mehr scharf gegeneinander abgegrenzt. Begriffe der allgemeinen Sprache haben nicht mehr ihre ursprüngliche – für alle verständliche – Bedeutung. Kann einen einzelnen Begriff betreffen oder auch so viele, daß eine Verständigung selbst über Alltagsdinge nicht mehr möglich ist.
    • Neologismen
      Manchmal bilden die Patienten durch Verknüpfung von Begriffen ganz neue Wörter.
      Ein Patient ist z.B. mit seinen Turnschuhen gelaufen und erzählt später, er habe „gelaufsohlt“.

 

  • Differentialdiagnose
    Jede, bei der Diagnosestellung zu berücksichtigende Diagnose, die aufgrund der erfassten Untersuchungsergebnisse in Frage kommt (Zetkin et al.).Es werden also alle Krankheiten berücksichtigt, die ähnliche Symptome wie die vermutete Krankheit haben. Im Laufe der Diagnotik werden diese Krankheiten ausgeschlossen oder es bestätigt sich eine andere Krankheit als die vermutete.Differentialdiagnosen auszuschließen ist wichtig, da die Therapien häufig sehr unterschiedlich sind.

 

  • Differentialdiagnostik
    alle diagnostischen Maßnahmen, Strategien u. Verfahren, die zur ärztl. Untersuchung bei einer Gesundheitsstörung bzw. Beratungsursache angewandt werden; insbes. Befragung (Anamnese), körperliche, ggf. apparative u. Laboruntersuchungen. Es sollen Differentialdiagnosen ausgeschlossen oder bestätigt werden. Das ist wichtig, um die richtige spezielle Therapie anzuwenden.

 

  • Dyskinetische Syndrome
    Als dyskinetische Syndrome werden Syndrome mit einer Störung des normalen Bewegungsablaufs (Kinese = Bewegung) bezeichnet. In der Literatur werden damit häufig Spätdyskinesien nach Gabe von hochpotenten Neuroleptika (Antipsychotika) gemeint. Man sagt dazu auch tardive (= verzögert, spät) Dyskenisien, weil die Bewegungsstörungen erst auftreten nach langjähriger Neuroleptikagabe. Es sind Bewegungsstörungen des Extrapyramidalen Systems, wie Mümmeln, Grimmassieren, Schmatzen, aber auch choreatische (schleudernde Bewegungen der Extremitäten) und athetotische (schraubende Bewegungen in den Gelenken vor allem der Hände, Arme, des Halses, des Oberkörpers mit extremer Überstreckung der Extremitäten) der Bewegungen.

C

C2

  • Computertomographie (CT) (gr. Schnittbild)
    Röntgenverfahren zur Erstellung von Schichtaufnahmen des Körpers mithilfe eines Computers, der die Querschnittbilder errechnet.
    craniale CT (lat. cranium = menschlicher Schädel)
    CT von Gehirn und Schädel.
    Ende der 60er Jahre wurde die Computertomographie u.a. von dem englischen Physiker Hounsfield entwickelt. Es werden hierbei Röntgenstrahlen verwendet. Allerdings ist die Röntgenbelastung wesentlich geringer als bei den herkömmlichen Röntgenaufnahmen.
    Um den Klienten herum dreht sich eine Röntgenröhre. Diese wird von außen durch einen Detektorring begrenzt. Der Detektor ist ein Gerät, was die verbliebene Strahlung wieder aufnimmt und die Strahlenintensität misst.
    Die Röntgenstrahlung geht also durch den Körper – hier im speziellen Fall durch den Schädel = cranium – durch. Und die Reststrahlung, die wieder herauskommt, wird gemessen. Die Zahlenwerte werden in einen Computer gegeben. Dieser rechnet dann alle Zahlenwerte in ein zweidimensionales Bild um.
    Die scheibchenförmigen Schnitte vom Schädel sind also keine herkömmlichen Röntgenbilder, sondern rein errechnete Bilder.

B

B2

  • Babinski-Reflex
    Der Babinski-Reflex ist ein pathologischer Fremdreflex, der auf eine Schädigung der Pyramidenbahn hinweist. Beim Bestreichen des äußeren Fußsohlenrandes biegt sich die Großzehe beim gesunden Menschen leicht nach unten. Beim Vorliegen einer Pyramidenbahnverletzung biegt sich die große Zehe nach oben. Die Pyramidenbahn (= 1. motorisches Neuron oder 1. Motoneuron) ist eine wichtige Leitungsbahn des menschlichen Zentralnervensystems. Sie führt von der Großhirnrinde zu den Vorderhornzellen des Rückenmarks. Ermöglicht die Bewegung durch die Muskeln (vor allem die willentliche Bewegung). Benannt ist der Babinski-Reflex nach dem Entdecker, dem französischen Neurologen Joseph François Félix Francois Babinski (1857-1932). Andere Bezeichnungen sind Großzehenreflex oder Zehenreflex.

 

  • Basale Stimulation
    Der Sonderpädagoge Andreas Fröhlich entwickelte seit den Siebzigerjahren das Konzept der Basalen Stimulation zur Förderung schwerst behinderter Kinder. Die Diplompädagogin und Krankenschwester Christel Bienstein übertrug dieses Konzept auf die Pflege stark wahrnehmungsgestörter Menschen. Alltägliche pflegerische Handlungen wie Körperpflege, Ernährung und Mobilisation werden zu therapeutischen Möglichkeiten für den pflegebedürftigen Menschen, sich in seiner Umwelt zu orientieren, Kontakt aufzunehmen, selbst mitzubestimmen und aktiv zu werden. Wir begeben uns auf die Wahrnehmungs- und Erlebensebene dieser Menschen und orientieren uns an deren Ressourcen. Untersuchungen zeigen, dass diese Pflegemethode eine Stabilisierung der emotionalen Befindlichkeit und eine verbesserte Koordination und Wachheit bewirkt…. (Altenpflege 4/2001)

 

  • Begriffszerfall
    Gehört zu den formalen Denkstörungen.
    Die Bedeutung der verschiedenen Wörter werden nicht mehr scharf gegeneinander abgegrenzt. Begriffe der allgemeinen Sprache haben nicht mehr ihre ursprüngliche – für alle verständliche – Bedeutung. Kann einen einzelnen Begriff betreffen oder auch so viele, daß eine Verständigung selbst über Alltagsdinge nicht mehr möglich ist.

 

  • Bewusstsein
    In der traditionellen Psychiatrie bedeutet es einen eigentümlichen Grad von Helligkeit, Klarheit, Fülle, Beweglichkeit, Ablauftempo und Rangordnung des inneren Erlebens und der psychischen Funktionen.
    Eine kurze und knappe Beschreibung ist folgende (aus Vieten et al.):
    Bewusstsein ist die Gesamtheit aller psychischen Vorgänge (Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen), verbunden mit dem Wissen um das eigene „Ich“ und die Subjektivität dieser Vorgänge.
    Praktisch psychiatrisch sind vor allem die pathologischen Veränderungen des Bewusstseins wichtig. Unterschieden werden vor allem Veränderungen der Bewusstseinshelligkeit – quantitative Bewusstseinsstörungen, wobei verschiedene Bewusstseinsgrade angenommen werden – und Veränderung der Bewusstseinsinhalte (qualitative Bewusstseinsstörungen). Diese Einzschätzung erfolgt auf Grund der Beobachtung des gesamten Verhaltens des Patienten.

 

  • Bewusstseinseinengung
    • ist eine qualitative Bewusstseinsstörung. Sie ist, abgesehen von der bei starker Konzentration auftretenden normalen Einengung der Aufmerksamkeit, in krankhaften Fällen durch ein meist psychotisches Verhaftetsein in bestimmten Gedankengängen bzw. krankhaften Denkschablonen charakterisiert, durch eine Einengung des Bewusstseinsfeldes. Die Bewusstseinsinhalte sind also reduziert, d.h. es erscheint nur noch ein kleiner Ausschnitt des Gesamterlebens im Bewusstsein.
      Bewusstseinseinengungen starken Ausmaßes werden therapeutisch im hypnotischen Zustand erzeugt.
      Dämmerzustände sind Bewusstseinseinengungen, die oft plötzlich eintreten und ebenso abrupt aufhören. Charakteristisch ist eine starke Einengung auf ein bestimmtes inneres Erlebniselement oder einen entsprechenden Erlebnisbereich und eine nachfolgende Erinnerungslosigkeit (Amnesie). Das Verhalten kann formal geordnet sein (geordneter Dämmerzustand) oder schwerwiegend gestört bis hin zu raptusartigem Verhalten gegenüber der Umwelt und dem eigenen Körper mit Fremd- und Selbstbeschädigungen.

 

  •  Bewusstseinsstörungen, quantitative
    Werden auch als Vigilanzstörungen oder Veränderung der Wachheit bezeichnet.
    – Benommenheit
    Leichte Minderung der Wachheit, die sich oft nur in einer leichten Verlangsamung des Denkablaufes und einer etwas erschwerten Auffassung äußert, die ihrer Art nach auch noch zur individuellen Spielbreite gehören könnte. Die Diagnose wird oft nur durch den Vergleich mit dem Zustand vorher oder nachher ermöglicht. Oft synonym mit Somnolenz, wobei hier korrekterweise eine schwere Benommenheit eigentlich gemeint ist.
    – Somnolenz
    Schwere Benommenheit.
    Symptome:
    – Herabsetzung der Aufmerksamkeit
    – Erschwerung der Auffassung
    – Erschwerung der Orientierung in Raum und Zeit
    – Verlangsamung der Denkvorgänge
    – Schwerbesinnlichkeit.
    Die Somnolenz hinterläßt nach Abklingen eine weitgehende, aber meist nicht vollständige Erinnerungslücke.
    Vorkommen:
    – bei akuten exogenen Psychosen (z.B. Vergiftungen, leichtes Schädel-Hirn-Trauma, vorübergehende cerebrale Durchblutungsstörungen…)
    – Sopor
    Schlafartiger Zustand, aus dem der Patient nur durch stärkere Reize partiell und vorübergehend, jedoch nur bis zum Stadium der Benommenheit „erweckbar“ ist.
    – Koma
    Schwerste Form der quantitativen Bewusstseinsstörung mit tiefer Bewusstlosigkeit. Der Patient kann auch bei Anwendung starker Schmerzreize nicht erweckt werden. Er reagiert allenfalls mit unkoordinierten Abwehrbewegungen.
    Das Koma, gleich welcher Ursache, ist immer ein ernster, oft lebensbedrohlicher Zustand. Entscheidend für den klinischen Verlauf eines mit Koma einhergehenden Krankheitsprozesses ist die Beurteilung der Komatiefe und die Einschätzung der Entwicklungsrichtung des Koma (üblich ist die Einschätzung durch die sog. Glasgow Coma Scale, siehe dort im Lexikon).
    Ursachen:
    – organische Hirnerkrankungen (z.B. Schädel-Hirn-Traumen, Schlaganfälle…)
    – schwere Stoffwechselstörungen (Coma basedowicum, diabeticum, hepaticum, hypoglycaemicum, uraemicum)
    – präfinales Stadium (Stadium vor dem Tod) schwerer Allgemeinerkrankungen.
    – Wachkoma oder – apallisches Syndrom oder – Coma vigile
    Der Patient erscheint, obzwar stumm und reglos, wach: Der Blick starrt geradeaus oder wandert umher, fixiert nicht. Weder verbal noch außersprachlich (Anfassen, Vorhalten von Gegenständen) ist eine Reaktion zu erzielen. Auch die reflektorischen Flucht- und Abwehrbewegungen können fehlen. Verharren in Zufallsstellungen (Fehlen der Korrekturbewegung). Vegetative Elementarfunktionen (Herzrhythmus, Atmung, Schlaf-Wach-Wechsel) erhalten.
    Das Syndrom ist abzugrenzen gegenüber dem Koma und gegenüber dem katatonen Stupor. Dazu ist außer dem psychopathologischen und neurologischen Befund das EEG wichtig.
    Vorkommen:
    – schwerste Schädigung und Funktionsausfall des Großhirnmantels (Pallidum) z.B. durch Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnblutung, Enzephalitis…

 

  • Bewusstseinsstörungen, qualitative
    Gegenüber den quantitativen, aus einer Veränderung der Wachheit leicht verstehbaren Störungen des Bewusstseinszustandes, stellen qualitative Bewusstseinsstörungen schwerer verständliche Phänomene dar. Offentsichtlich ist das dadurch bedingt, daß sie komplexer sind und nur mit beschreibenden Methoden einer Ordnung zugänglich werden. Sie sind stets mit dem Bewusstseinszustand zugehörenden anderen psychologischen Erscheinungen verbunden und verweisen mehr als die quantitativen Bewusstseinsstörungen auf die in der Wirklichkeit existierende Vielseitigkeit des Psychischen.
    Zumeist sind diese qualitativen Bewusstseinsstörungen mit Verhaltensauffälligkeiten verknüpft, die das Psychopathologische des Phänomens augenscheinlich werden lassen.
    Vereinfacht ausgedrückt, bei den qualitativen Bewusstseinsstörungen sind die Bewusstseininhalte verändert – wobei häufig auch quantitative Veränderungen hinzukommen. Zu erkennen sind sie am Verhalten des Patienten und an seinen Äußerungen.
    Mögliche Veränderungen sind Bewusstseinsverschiebung (Bewusstseinssteigerung bzw. -erweiterung), Bewusstseinseinengung (Dämmerzustand), Delirium (als Bewusstseinstrübung in Vieten et al. bezeichnet) und Oneiroides Bewusstsein (wobei hier die Abgrenzung gegenüber dem Dämmerzustand unscharf ist).
    (Die Begriffe sind einzeln im Lexikon aufgeführt, siehe dort!)

 

  • Bewusstseinsverschiebung (Bewusstseinssteigerung bzw -erweiterung)
    Qualitative Bewusstseinsstörungen. Es sind unscharfe Begriffe, welche die Erfahrung der eigenen Ausdehnung, Existenzerweiterung, hellerer, wacherer Aufnahme der Umwelteindrücke, reicherer Auffassung und Kombinationsfähoigkeit und Erinnerungstätigkeit angeben sollen. Die Wahrnehmung erscheint lebhafter, von stärkerem Gefühlswiderhall begleitet. Das Erleben erscheint neu zentriert, auf andere als die gewohnten Dinge des Alltags.
    Der Mensch erscheint ekstatisch („entrückt“), schildert umfassende Erkenntnisse und Einsichten. Vorkommen:
    – unter halluzinogenen Drogen oder Psychostimulantien
    – evt. in einer Manie und zu Beginn einer Schizophrenie

 

  • Borderline-Persönlichkeitsstörung
    (engl. borderline= Grenzlinie, Grenzgebiet)
    Das sind Menschen, die – nach den inernationalen und amerikanischen Diagnoserichtlinien ICD 10 und DSM IV – an einer Persönlichkeitsstörung leiden, d.h. bestimmte Wesenszüge sind extrem ausgebildet. Sie zeigen eine „stabile Instabilität“: Ein durchgängiges Muster von Instabilität im Bereich der Stimmung, der zwischenmenschlichen Beziehungen und des Selbstbildes. Auffällig werden sie im frühen Erwachsenenalter, und die Störung manifestiert sich in den verschiedensetn Lebensbereichen. Nach dem DSM IV müssen mindestens fünf der folgenden Kriterien erfüllt werden:

1. Ein Muster von instabilen, aber intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen. Zeichnet sich aus durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Überidealisierung („Du bist mein Vorbild, Du kannst alles, Du bist der beste und einzigste…) und Abwertung („Du bist schlecht, Du bist wie die anderen, ich hasse Dich…).
2. Impulsivität bei mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Aktivitäten. Z.B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmißbrauch, Ladendiebstahl, rücksichtsloses Fahren und Freßanfälle (außer Suizid oder Selbstverstümmelung, siehe dazu 5.).
3. Instabilität im affektiven Bereich. Z.B. ausgeprägte Stimmungsänderungen von der Grundstimmung zu Depression, Reizbarkeit oder Angst. Diese Zustände dauern gewöhnlich einige Stunden oder – in seltenen Fällen – länger als einige Tage an.
4. Übermäßige, starke Wut oder Unfähigkeit, die Wut zu kontrollieren. Z.B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut oder Prügeleien.
5. Wiederholte Suiziddrohungen, -andeutungen oder -versuche oder andere selbstverstümmelnde Verhaltensweisen (siehe Information Psychiatrie ==>Selbstverletzendes Verhalten).
6. Ausgeprägte und andauernde Identitätsstörung, die sich in Form von Unsicherheit in mindestens zwei der folgenden Lebenbereiche manifestiert:
dem Selbstbild, der sexuellen Orientierung, den langfristigen Zielen oder Berufswünschen, in der Art der Freunde oder Partner oder in den persönlichen Wertvorstellungen.
7. Chronisches Gefühl der Leere oder Langeweile.
8. Verzweifeltes Bemühen, ein reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern (außer Suizid oder Selbstverstümmelung, siehe dazu 5.).
Als Ursachen werden die verschiedensten Faktoren diskutiert und vermutet. Eine ganz bestimmte alleinige Ursache gibt es vermutlich nicht.
Die Therapie ist oft sehr langwierig und schwierig. Es werden verschiedene Psychotherapien angewendet: stützende Psychotherapie, psychodynamische Therapien, verhaltentherapeutische Ansätze – alles möglich in Einzel-, Gruppen- oder stationären Therapien. Auch Psychopharmaka haben sich in bestimmten Situationen (bei Depressionen oder aggressiven Ausbrüchen) bewährt.

Sehr erfolgversprechend ist die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT).

A

A2

  • Abhängigkeit (Sucht)
    Unbeherrschbares Verlangen eines Menschen, sich eine bestimmte Substanz immer wieder zuzuführen oder eine bestimmte Tätigkeit immer wieder auszuführen, obwohl er sich selbst oder anderen dadurch schadet.
    Prinzipiell unterscheidet man Tätigkeits- und Stoffsüchte.
    Als Tätigkeitssüchte bezeichnet man Abhängigkeiten, die nicht an bestimmte Substanzen, sondern an Handlungen gebunden sind. So kennt man z.B. Arbeits-, Kauf-, Fernseh-,Spiel-, Ess- oder Sexsüchte.
    Der Begriff Stoffsucht meint die Abhängigkeit von bestimmten Substanzen, die dem Körper zugeführt werden, den Drogen. Hierunter fallen in erster Linie Sucht erzeugende Medikamente, Rauschmittel und Alkohol. Ihnen gemeinsam ist, dass sie das Bewusstsein oder das Erleben verändern und im weitesten Sinne „angenehme“ Gefühle hervorrufen können. Sie besitzen also ein gewisses Suchtpotential. Stoffe, die o.g. Eigenschaften nicht besitzen (z.B. Neuroleptika), „eignen“ sich nicht als Suchtmittel.
    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 1964 die Formen der Abhängigkeit von stofflichen Drogen in zwei Gruppen eingeteilt.
    Psychisch abhängig machend: Amphetamintyp, Cannabistyp, Halluzinogentyp, Kokaintyp.
    Psychisch und körperlich abhängig machend: Alkohol- und Barbiturattyp (inkl. Nikotin), Morphintyp.
    Das weitaus größere Problem ist meist die psychische Abhängigkeit. Der Süchtige kann dem Drang nach der Droge nicht widerstehen, sein Verlangen nach der Droge ist unbeherrschbar (Zwanghafte Komponente). Ihn interessiert nur noch, wie er an „seine“ Droge kommt. Hat er die Droge endlich beschafft, kann er nicht mehr kontrollieren, wie er sie zu sich nimmt. Z.B. teilt er die Nadel mit anderen, obwohl er die Gefahren kennt. Der Süchtige hat auch nicht mehr im Griff, wie viel er konsumiert. Durch diesen Kontrollverlust ist z.B. die Rückfallgefahr bei trockenen Alkoholikern so groß. Nach einem Glas Bier können sie nicht wieder mit Trinken aufhören.
    Körperliche Abhängigkeit zeigt sich in erster Linie durch Entzugserscheinungen bei Wegfall der Droge (z.B. bei Beschaffungsproblemen oder einem Krankenhausaufenthalt nach einem Unfall). Es kommt zu unangenehmen körperlichen Symptomen wie Schwitzen, Zittern, Darmkrämpfen und epileptischen Anfällen. Die körperliche Abhängigkeit zeigt sich auch daran, daß der Körper den Stoff „braucht“ und immer mehr davon verträgt (die Tolleranzschwelle steigt).

 

  • Affekte
    Hier sind in der Psychiatrie sämtliche Gemütsäußerungen gemeint (z.B. Weinen, Lachen), verbunden mit körperlich-vegetativen Begleiterscheinungen (z.B. bestimmte Mimik, Schwitzen …).

 

  • Affektivität (Emotionalität)
    (lat. affectus = Gemütsstimmung, Empfindung, Leidenschaft)
    Ist die Gesamtheit der Gefühlsregungen, Stimmungen und des Selbstwertgefühls eines Menschen (Vieten M. et al.). Bei der Beurteilung der Affektivität sollte man zwischen Stimmungen und Affekten unterscheiden.

 

  • Affektstörungen 
    • Abschwächung aller Gefühle (Gefühlsverarmung)
      Oft schmerzlich empfundene Gefühlsverarmung bis hin zu einem Gefühl der Empfindungslosigkeit. Die Patienten haben das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können und innen leer zu sein.
    • Affektinkontinenz
      Eine Steigerung der Affektlabilität. Die Anlässe, die Gemütsäußerungen hervorrufen können, sind hier noch geringfügiger. Der Patient bricht z.B. sofort in Tränen aus, auch wenn ein Thema erwähnt wird, das emotional wenig oder gar nicht belastend ist. Oft ist gar kein Anlaß zu finden. Es entstehen ganz rasch intensive emotionale Reaktionen (überschießendes Lachen oder Weinen), die eine übermäßige Stärke haben und nicht beherrscht werden können. Die emotionalen Äußerungen klingen meist rasch wieder ab.
      Beispiel:
      Ein senil Dementer, den man nach seinem Namen fragt, fängt bitterlich an zu weinen.
      Vorkommen:
      – bei hirnorganischen Schäden (organisches Psychosyndrom, siehe dort!).
      Affektinkontinenz ist zu unterscheiden vom sog. pathologischen Lachen und Weinen(siehe dort), ältere Bezeichnung Zwangslachen und Zwangsweinen.
    • Affektlabilität
      Die Gefühle und Gefühlsäußerungen wechseln rasch, sobald ein bestimmter kleinerer Außenreiz (z.B. bestimmtes Gesprächsthema, strenger Blick, wehmütiger Film…) kommt. Man spricht auch von einer Vergrößerung der affektiven Ablenkbarkeit. Meistens haben die Affekte nur eine kurze Dauer. Sie wechseln dann sofort, wenn ein anderes Thema angeschnitten wird.
      Beispiel:
      Ein Kranker wird im Gespräch sehr angerührt und wehmütig bewegt, wenn man ihn nach seinem Zuhause und nach seinen Angehörigen, vielleicht nach seinem Hund fragt. Andererseits kann ei in der Erinnerung an Schönes rasch wieder aufblühen und in einen gegenteiligen Affekt geraten.
      Vorkommen:
      – bei hirnorganischen Schäden (organisches Psychosyndrom, siehe dort!)
      – habituell bei psycholabilen Menschen (Jemand ist „nahe am Wasser gebaut.“)
      – bei körperlicher und seelischer Erschöpfung (bei sonst unauffälligen Persönlichkeiten), evt. beim prämenstruellen Syndrom
      – bei emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen vom impulsiven Typus, bei denen eine besondere Labilität in Richtung Explosivität und Aggressivität besteht
      – bei Kindern
      – bei manisch-depressiven Mischzuständen.
    • Affektsperre
      Unfähigkeit, Gefühle durch Affekte mitzuteilen. Die vorhandenen Gefühle lassen sich nicht an Mimik, Gesichtsausdruck, Gestik ablesen. Die Menschen wirken undurchsichtig.
    • Affektverflachung
      Wird manchmal auch etwas unschön als Abstumpfung, Affektlahmheit, Affektstarre oder Affektverödung bezeichnet.
      Der Betroffene verliert das Mitempfinden, die emotionale Schwingungsfähigkeit (Spannbreite der Gefühle) erringert sich. Es lassen sich Gefühlsäußerungen nur schwer auslösen. Im Extremfall wirken Betroffene nach außen teilnahmelos und gefühlsleer. Hier scheint ein Leidensdruck zu fehlen.
    • Ambivalenz
      Wird meistens in der Literatur zu den Affektstörungen gezählt. Ich habe sie aber unter dem Extrapunkt Ambivalenz gesondert genannt und beschrieben.
    • inadäquate Affekte
      „Unangemessene“ Gefühlsäußerungen. Sie werden auch als paradoxe Affekte bezeichnet. Hier passen die Gefühlsäußerungen eines Menschen nicht mit seinen Gedankeninhalten oder seiner Stimmmung oder einer bestimmten Situation zusammen.
      Man sagt dazu auch Parathymie.
      Z.B. ganz traurige Erlebnisse können munter lächelnd erzählt werden.
      Hier bleibt für den Untersucher aber häufig offen, ob es sich wirklich um eine Inadäquatheit der Gefühle – am Beispiel, der Erzähler empfindet bei der Schilderung des ganz traurigen Erlebnisses gar keine Traurigkeit, im Gegenteil – oder um eine Inadäquatheit der Gefühlsäußerungen (=Paramimie) – am Beispiel, der Erzähler empfindet die Traurigkeit beim Erzählen, nach außen zeigt die Mimik aber das Gegenteil – handelt.

 

  • Ambivalenz
    Es bestehen zugleich miteinander unvereinbare Gefühle oder Vorstellungen oder Absichten oder Wünsche (Uneinheitlichkeit von Fühlen, Denken und Wollen). Die Patienten stecken regelmäßig in einem „Zwiespalt“, was oft als sehr quälend empfunden wird.
    Z.B. Ein Patient will zugleich essen und nicht essen (Wollen). Oder er kann sich – ganz banal – morgens nicht zwischen der roten und der blauen Hose entscheiden. Er ist also ständig hin und her gerissen, was die Alltagsbewältigung ziemlich erschweren – wenn nicht gar unmöglich – machen kann.
    Oder es wird eine Ansicht und gleichzeitig das Gegenteil geäußert (Denken).
    Oder ein Patient empfindet für ein und die selbe Person Hass und Liebe gleichzeitig. Oder er lacht und weint in einer Situation zugleich (Gefühle).
    Vorkommen:
    – Schizophrenie

 

  • Anpassungsstörungen
    Diagnosebegriff aus dem Buch der klinisch-diagnostischen Leitlinien „ICD-10 Kapitel V(F)“ (=Internationale Klassifikation psychischer Störungen, zusammengestellt von der Weltgesundheitsorganisation).
    Die Anpassungsstörungen sind in dem großen Kapitel F4 – Neurotische-, Belastungs- und somatoforme Störungen – „untergebracht“. Und zwar in dem Unterkapitel F43 „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“
    Zu diesem Unterkapitel zählen die
    – akute Belastungsreaktion, die
    – posttraumatische Belastungsstörung und
    – Anpassungsstörungen.
    Bei letzteren handelt es sich um Zustände von subjektivem Leiden und emotionaler Beeinträchtigung, die soziale Funktionen und Leistungen behindern und
    während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen wie auch nach schwerer körperlicher Erkrankung auftreten.
    Die Belastung kann die Unversehrtheit des sozialen Netztes betroffen haben – wie bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnnissen – , das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte – wie bei Emigration oder nach Flucht.
    Die Belastung kann dabei nur den Einzelnen oder auch seine Gruppe oder Gemeinde betreffen.
    Die individuelle Disposition oder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine größere Rolle als bei den anderen Krankheitsbildern dieser Gruppe.
    Es ist aber dennoch davon auszugehen, daß das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden wäre.
    Die Anzeichen sind unterschiedlich. Sie umfassen:
    – depressive Stimmung,
    – Angst,
    – Besorgnis (oder eine Mischung von diesen),
    – ein Gefühl, unmöglich zurecht zukommen, vorauszuplanen oder in der gegenwärtigen Situation fortzufahren, ferner
    – eine gewisse Einschränkung bei der Bewältigung der alltäglichen Routine.
    – Die betroffene Person kann sich so fühlen, als neige sie zu dramatischem Verhalten oder zu Gewaltausbrüchen, wozu es aber selten kommt. Besonders bei Jugendlichen können jedoch Störungen des Sozialverhaltens – wie z.B. aggressives oder dissoziales Verhalten – zu dieser Störung gehören.
    Keines der Symptome ist in diesen Fällen schwer genug oder an sich so markant, daß es eine spezifische Diagnose rechtfertigt.
    Bei Kindern gehören regressive Phenomäne, wie das Wiederauftreten von Bettnässen, Babysprache oder von Daumenlutschen, häufig zu diesem Syndrom.
    Die Störung beginnt im allgemeinen innerhalb eines Monats nach dem belastenden Ereignis oder der Lebensveränderung.
    Die Symptome halten meist nicht länger als 6 Monate an. Dauern die Symptome an, ist die Diagnose zu überdenken.
    Dazugehörige Begriffe:
    – Kulturschock
    – Trauerreaktion
    – Hospitalismus bei Kindern

 

  • Apallisches Syndrom
    Siehe unter Wachkoma im Lexikon.

 

  • Asperger, Hans
    Der Kinderarzt Hans Asperger beschrieb in den 1940iger Jahren als Erster eine bestimmte Form des Autismus, die nach ihm „Asperger-Syndrom“ benannt wurde.

 

  • Asperger-Syndrom
    Er gehört nach der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Dies ist eine Gruppe von Störungen, die durch Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten charakterisiert sind.
    Diese Gruppe von Störungen läuft heute auch unter dem Namen „Autismus-Spektrum-Störungen“.
    Beim Asperger-Autismus handelt es sich um eine „abgeschwächte“ Form innerhalb der Autismus-Spektrum-Störungen. Die Intelligenz ist normal bis überdurchschnittlich . Auffällig werden die Kinder ab dem 3. Lebensjahr.

 

  • Autismus
    Man versteht unter Autismus eine „Ich-Versunkenheit“ und Abkapselung von der Realität. Die Patienten leben gewissermaßen in einer „Privatwelt“. Autistische Patienten können sich daher nicht so verhalten, wie es die jeweilige Situation erfordern würde. Beispielsweise befragt ein Patient stundenlang seine Mitpatienten nach ihren Vorfahren und erstellt Stammbäume, ohne das Desinteresse und den Ärger der Mitpatienten überhaupt wahrzunehmen.
    Autismus ist ein Mechanismus, durch den sich der Ich-gestörte Kranke vor Überforderungen schützt.
    Extrem autistische Kranke nehmen keinen Anteil mehr an ihrer Umgebung, sprechen kaum noch (Mutismus ) oder bewegen sich nicht mehr (Stupor ).
    Das Symptom Autismus bei Schizophrenen ist nicht zu verwechseln mit dem ähnlichen Begriff „frühkindlicher Autismus“. Dies ist ein eigenständiges Krankheitsbild, was bei kleinen Kindern auftreten kann. Aber auch hier ist die Kontaktstörung ein wesentliches Symptom.
    Vorkommen:
    – Schizophrenie
    – Neurotische und Belastungsstörungen
    – hirnorganische Störungen
    – frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom
    – als normale Charaktervariante in schwächerer Ausprägung

 

  • Autismus, atypischer
    Er gehört nach der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Dies ist eine Gruppe von Störungen, die durch Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten charakterisiert sind.
    Diese Gruppe von Störungen läuft heute auch unter dem Namen „Autismus-Spektrum-Störungen“. Der atypische Autismus heißt deshalb „atypisch“, weil nicht alle diagnostischen Kriterien, die v.a. für den frühkindlichen Autismus gelten, erfüllt werden.

 

  • Autismus, frühkindlicher
    Auch Kanner-Syndrom. Er gehört nach der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Dies ist eine Gruppe von Störungen, die durch Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten charakterisiert sind.
    Diese Gruppe von Störungen läuft heute auch unter dem Namen „Autismus-Spektrum-Störungen“.
    Der frühkindliche Autismus zeigt sich meist vor dem dritten Lebensjahr, meist in der frühen Babyzeit schon. Die Intelligenz ist normal bis unterdurchschnittlich (alle Schweregrade einer geistigen Behinderung sind möglich).
    Autismus-Spektrum-Störungen
    Das ist eine sehr buntgemischte Gruppe von Störungen, deren gemeinsamer Nenner autistische Verhaltensweisen in sehr unterschiedlicher quantitativer Ausprägung sind. Sie gehört nach der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Dies ist eine Gruppe von Störungen, die durch Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten charakterisiert sind.
    Dazu zählen u.a. der frühkindliche Autismus und das Asperger-Syndrom.

 

Das Leben kostet viel Zeit, Jens Sparschuh

Sonntag, 25.August 2018daslebenkostetvielzeit-kopie-2.jpg

Wieder mal ein Literaturkreis-Roman.

Titus Brose schreibt die Lebenserinnerungen von Pflegeheim-Bewohnern auf.

Sehr flüssig und unterhaltsam, eine nette Plauderei. Das Pflegeheim –  von Gefängnis, trostlos, traurig bis (galgen)humorvoll, makaber, lustig…. Dahinter verstecken sich viele philosophische Fragen, die mich zum Nachdenken anregten:

Der Sinn des eigenen Lebens, der Verlust der Erinnerung, die Vorstellung vom eigenen Altwerden und Sterben, der Tod („JETZT!- VORHANG ZU! ENDE DER VORSTELLUNG“)

Dazwischen sehr gut recherchierte neurologische Leidensdarstellungen – extrapyramidale Störungen im Mundbereich, motorische Aphasie…-, ein liebenswerter, geduldiger Brose, der perfekt die klientenzentrierte Gesprächsführung beherrscht und deshalb bei den Senioren gut ankommt, sehr gut beobachtete und geschilderte Pflegeheimatmosphäre…

Anregung, sich mit Chamisso und dessen Förderer zu beschäftigen…

Die Entwicklung Broses vom resignierten Schreiberling zum wieder recherchierenden stolzen Journalisten -mit Füller und Papier….

Mängel gab es bestimmt auch, für mich standen sie aber nicht so im Vordergrund. Damit sollen sich die Literatur-Dauernörgler beschäftigen….

Also für den Leser dieser Zeilen eine klare Leseempfehlung!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag

 

Nachtrag:

Mir gefiel das Buch, mein Literaturkreis hat es aber total verrissen. Tja, so unterschiedlich sind Wahrnehmung und Geschmack. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

DasLebenKostetVielZeit - Kopie

 

 

Rotkäppchen heute

Mittwoch, 27. März 2019

Beim Aufräumen und Sortieren in einer Wohnung fiel mir eine Geschichte in die Hände (leider ohne Quellenangabe). Und da ich die Großmutter von Emma bin, fühlte ich mich angesprochen. Hier ist die Geschichte:

Rotkäppchen heute

Ich bin das Rotkäppchen,
komm´ mit Wein und Kuchen
und wollt die Großmutter besuchen.

Doch wie ich so geh`durch den Wald zu dem Haus,
seh`ich gleich, die Großmutter ist aus.

Die Garage steht offen, der Wagen ist fort.
Stimmt, heut`ist Montag, da hat sie ja Sport.
Sie macht Aerobic von 9 bis 10,
danach schwitzt sie sich in der Sauna schön.

Auch Dienstag und Mittwoch sind ausgebucht,
da sie Kurse der Volkshochschule besucht:
Englisch, Spanisch, Malen und Stricken,
dazu noch Yoga – gut für den Rücken.

Am Donnerstag – oh gütiger Vater –
probt sie für das Seniorentheater.

Freitag ist Treffen – Gesangverein-,
am Sonnabend schwingt sie beim Volkstanz das Bein.

Am Sonntag an der Tür ein Zettel nur:
„Bin mit dem Wanderklub in der Natur.“

Und käme der Wolf mal vorbeigeschlichen –
im nächsten Moment schon wär`er verblichen.
Oma macht Karate-Kurs Nummer 10!
Und ´nen Schlag auf die Schnauze würd`er nicht übersteh`n!

Nun stell`ich ihr hin, was ich mitgebracht.
Heut`kommt sie wieder nicht vor Mitternacht!
Großmütter von heute sind aus besonderem Holz.
Und ich – das Rotkäppchen von heute –
bin auf meine Großmutter ganz stolz.


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Oh, oh, das ist mir doch ein wenig zuviel. Ich glaube, ich gehöre mehr zu der langsamen, gemächlichen Großmuttersorte. Die muß es ja schließlich auch geben!!!

 

 

Histologie

 

Drei Notenschlüssel

Dienstag, 26.Februar 2019

Wer findet die drei Notenschlüssel?

Vielleicht entdecken manche auch in dem Zentangle

  • nichtdifferenzierte embryonale Zelle (Stammzelle)
  • Abschlussgewebe (Epithel)
  • Muskelgewebe
  • Stütz- und Festigungsgewebe
  • Nervenzelle
  • Bindegewebszelle
  • rotes Blutkörperchen.

 

 

Was ist Gott?

22. Januar 2019, Dienstag

ComteSponville Große Schrift Übersicht
MindMap zu Comte-Sponville „Woran glaubt ein Atheist? Spiritualität ohne Gott“

Diese Lektüre lässt mich nicht mehr los. Ich komme nur langsam voran. Aber das macht nichts. Ich habe Zeit und kann mir Zeit lassen. Für mein Gehirn – zum Ordnen, Sortieren – mache ich hin und wieder ein MindMap. Ich liebe MindMaps. Die habe ich mein gesamtes Berufsleben verwendet, aber auch zum mentalen Sortieren von privaten Dingen…

ComteSponville1

ComteSponville2

ComteSponville3

ComteSponville4

So sieht das MindMap als Ganzes aus:

ComteSponville Große Schrift

Punkt Zurück zu Woran glaubt ein Atheist? Spiritualität ohne Gott…

 

Mundraub

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Dienstag, 4. Dezember 2018

 

Die Mundraub-Idee hatte ich vor ein paar Tagen von meiner Krankenkasse auf deren Webseite erhalten.

Es ging um regelmäßiges Obst- und Gemüseessen. Und darum, dass Obst und Gemüse für manche Menschen zu viel kostet, vor allem, wenn es sich um sogenannte Bio-Ware handelt (was man so und so nicht wirklich nachprüfen kann). Und dass manches von diesen Lebensmitteln umweltschädigende Transportwege – vom Ende der Welt zu uns – hinter sich hat. Und gleichzeitig kommt so Vieles aus unserer Region einfach um, weil keiner es aufhebt – z.B. bei Apfelbäumen, die der Gemeinde gehören.

Ich kenne das aus meiner unmittelbaren Umgebung. Die Äpfel fallen einfach auf den Weg und faulen vor sich hin. Ich habe die Äpfel oft aufgelesen und köstliches Dörrobst daraus gemacht.

Na jedenfalls gibt es eine Online-Plattform, die sich für die Entdeckung und Nutzung essbarer Landschaften weltweit einsetzt (unter Berücksichtigung aller rechtlichen Regeln natürlich). Es werden von den Mitgliedern Fundorte bekanntgegeben, wo es Obst, Kräuter, Gemüse, Beeren … zu sammeln und zu ernten gibt. Die Fundorte werden kartiert, sodass man wirklich die Stellen finden kann. Jeder kann sich dort melden und die Orte bekanntgeben.

Ich weiß jetzt aus dieser Quelle, wo ganz in meiner Nähe ein großer Walnussbaum steht. Unglaublich, wie präzise die Stelle angegeben wurde – und ich wohne wirklich weit ab von der Welt in einem winzigen Klosterörtchen!

Die ganzen Aktivitäten sind aber noch viel umfangreicher und ganzheitlicher. Informieren  Sie am besten sich selber auf dieser Plattform. Klicken Sie einfach den Link unten an.

hptt://mundraub.org