X

X

  • XTC
    • im Drogenjargon andere Bezeichnung für Ecstasy, auch als Adam bezeichnet
    • Methylendioxymethamphetamin (MDMA)
    • Designerdroge
    • Wirkungen:
      • zentral anregend
      • halluzinogen (optische Wahrnehmungsveränderungen)
    • gefährliche Nebenwirkungen  können sein:
      • Hyperthermie (Überwärmung des Körpers)
      • Nierenversagen
      • Leberschäden
      • Psychosen
      • Kreislaufversagen

Z

 

Z

  • Zahnradphänomen
    • Stellen Sie sich vor, Sie bewegen langsam den Arm eines Menschen im Ellenbogengelenk oder Handgelenk. Sie müssen sich Mühe dabei geben, da aus irgendeinem Grunde der Widerstand der Muskeln hoch ist. Dann merken Sie, wie der Widerstand ruckartig nachlässt. Dann wieder mühsames Weiterbewegen und dann wieder ruckartiges Nachlassen des Widerstandes. Das geht so weiter bis zum Ende dieser Bewegung. Da der andere Mensch, bei dem Sie dies machen, sich nicht aktiv von alleine bewegt, spricht man von passivem Bewegen (im Gegensatz von aktivem Bewegen). Stellen Sie sich zwei Zahnräder vor, die ruckartig ineinander greifen und sich so stockend drehen.
    • Vorkommen: sehr starker Rigor z.B. beim Parkinson-Syndrom.
    • Rigor = lat. Steifigkeit, der  Muskeltonus ist erhöht.
    • Das Zahnradphänomen ist von Anfang bis Ende der passiven Bewegung vorhanden.
    • Ist der Rigor nicht so extrem vorhanden, spüren Sie beim passiven Bewegen lediglich einen „wächsernen“ Widerstand von Anfang bis Ende der Bewegung, ohne das Rucken. Man sagt „wächsern“ , weil man es mit dem mühsamen Biegen einer leicht erwärmten Kerze vergleichen kann.
    • Wenn ein Rigor vorhanden ist, wird auf eine Störung im Extrapyramidalen System (EPS) geschlossen.

 

 

I

 

I

  • Ich-Erleben
    Das Ich ist der Teil der Psyche, der dem Menschen Sicherheit über seine Individualität und Persönlichkeit gibt. Dazu gehört, dass eigene psychische Vorgänge (z.B. Gefühle, Gedanken) auch als eigen oder „meinhaftig“ erkannt werden. Bei einigen psychischen Erkrankungen, besonders bei Schizophrenien, kommt es zu einer Störung der „Ich-Grenzen“ und dadurch zu Unsicherheiten: denke ich oder denkt ein anderer in mir?

 

  • Ich-Störungen (= Störungen des Ich-Erlebens)
    Gestörtes Erleben der eigenen Persönlichkeit (des „Ichs“) mit Störung der Abgrenzung zwischen eigener Person und Umwelt.
    Die Auflösung der eigenen Ich-Grenzen bereitet erhebliche Angst. Es besteht die Gefahr, diese Angst durch ungeschickten Umgang weiter zu verstärken. Man muss die Versuche des Betroffenen, sich z.B. durch Rückzug vor zu großer Nähe zu schützen, akzeptieren.

    • Derealisation
      Die Umgebung scheint dem Betroffenen verändert, unwirklich, fremdartig und unvertraut.
    • Depersonalisation
      Die eigene Person kommt dem Betroffenen verändert, unwirklich oder fremd vor. Er steht sich selbst fremd gegenüber („Ich bin ein Roboter geworden“, „Ich lebe nicht mehr“).
    • Ich-Störungen mit dem „Gefühl des Gemachten“
      • Gedankenausbreitung
        Der Betroffene hat den Eindruck, dass seine Gedanken von anderen gelesen würden, dass andere wüßten, was er denkt. (Man macht also von außen etwas mit seinen Gedanken.)
      • Gedankenentzug
        Der Betroffene klagt, dass andere ihm seine Gedanken wegnehmen würden.
      • Gedankeneingebung
        Der Betroffene meint, dass andere seine Gedanken von außen beeinflussen und steuern.
      • andere Fremdbeeinflussungserlebnisse – z.B. Willensbeeinflussung
        Hier erlebt der Betroffene seine Handlungen und sein Wollen als von außen beeinflusst. Beispielsweise sagt er, er wolle nicht schreien, aber es schreie aus ihm heraus, und das liege an den Strahlen, die andere ihm senden (man macht also von außen etwas mit seinem Willen).

 

• illusionäre Verkennungen

Sind Sinnestäuschungen (=Wahrnehmungsstörungen) Sind dadurch gekennzeichnet, dass etwas real Vorhandenes für etwas anderes gehalten wird. Ein typisches Beispiel sind Bäume im Nebel, die als gefährliche Monster gesehen werden.

 
• infantile Zerebralparese (ICP)
Andere Bezeichnungen sind angeborene Kinderlähmung, zentrale Koordinationsstörung (ZKS), Little-Syndrom.
Störungen der Körperhaltung und Fortbewegung, die auf eine Schädigung des Zentralnervensystems während der prä-, peri- oder frühpostnatalen Entwicklungsperiode zurückzuführen sind.
Häufige Ursachen: Unreife (Frühgeborenes), Sauerstoffmangel, Hirnblutung und Hirnentzündung.
Symptome: Die Bewegungsstörungen können als spastische Lähmung (ca. 75%), Dyskinesie (ca. 15%, unwillkütliche Bewegungsstörungen durch Schädigung des Extrapyramidalen Systems) oder Ataxie (ca. 10%, Koordinationsstörungen, Schädigung des Kleinhirns) auftreten. Häufig Mischformen mit unterschiedlichen Anteilen der o.g. Symptome. Mindestens 50% aller Kinder mit ICP haben zusätzlich krankhafte Abweichungen, wie Störungen der Wahrnehmung, der Intelligenz und/oder des Verhaltens. Bei ca. 15% dieser Kinder besteht eine Epilepsie.
Therapie: Frühzeitige und konsequente Fördertherapie, Physiotherapie nach Vojta und Bobath (Bahnung physiologischer Reflexe, Hemmung pathologischer Tonusverteilungen und Bewegungen, Rückbildung von primitiven und Haltungsreflexen), Logopädische Behandlung, symptomatische antiepileptische Behandlung, Spasmolytika, Versorgung mit Hörgeräten und orthopädischen Hilfsmitteln. evt. operativ-orthopädische Behandlung.

W

W

WACHKOMA

= Apallisches Syndrom, Dezerebrationssyndrom, Coma vigile, Enthirnungsstarre)

Funktionsausfall des Neocortex (Pallium, lat. pallium = weiter Mantel) der Großhirnrinde bei noch funktionierendem Stammhirn.

Führt bei dem Patienten zum Fehlen jeglicher Reizbeantwortung bei geöffneten Augen.

Ursachen: Häufige Folge einer zerebralen Einklemmung durch Unfälle, Narkosezwischenfälle, Zustand nach Reanimation.

Das apallische Syndrom kann unverändert über Jahre bestehen.

Es kann aber auch eine „Zwischenstation“ beim Erwachen aus einem tiefen Koma sein.

Am häufigsten sind unvollständige Rückbildungen mit bleibenden neurologischen Störungen.

Prognose: Eine weitere Rückbildung ist umso unwahrscheinlicher, je länger ein Zustandsbild unverändert bestehen bleibt.

WAHN
Der Wahn ist eine inhaltliche Denkstörung. Er ist eine objektiv falsche Überzeugung, die ohne entsprechende Anregung von außen entsteht. Er wird vom Betroffenen mit großer Gewißheit erlebt und trotz „vernünftiger“ Gegengründe unkorrigierbar aufrechterhalten.
Es handelt sich also um eine „Privatwirklichkeit“, die von niemandem geteilt wird. Der Betroffene hat kein Interesse daran, seine Wahnidee zu überprüfen.
Wahnideen kommen meistens nicht von einer Minute zur nächsten, sondern

Wahnstimmung:
Meist entsteht Wahn aus einer Wahnstimmung heraus. Die Patienten merken, dass sich etwas Bedrohliches (selten sind es Glücksgefühle) zusammenbraut. Ihre Umgebung erscheint ihnen merkwürdig, viele belanglose Handlungen geheimnisvoll. Die genaue Bedeutung können sie jedoch nicht entschlüsseln.

Wahnwahrnehmung:
Der Patient misst einer realen Begebenheit eine objektiv falsche Bedeutung zu. Er hält beispielsweise alle blauen Autos für die Autos von Verfolgern.

Wahneinfall:
Der Betroffene hat Einfälle, die objektiv falsch sind. Er „braucht“ aber – im Gegensatz zur Wahnwahrnehmung – keine reale Begebenheit dazu, also keinen äußeren „Anlaß“. Ihm fällt einfach etwas ein. Beispiel: Jemandem fällt ein, der wiederentstandene Apostel Paulus zu sein.

Wahnthemen:

Beziehungs-, Beeinträchtigungs- und Verfolgungswahn.

Beziehungswahn

bezieht alles, was um ihn herum passiert, auf sich. Dies können neben Bemerkungen, Mimik und Gesten von Mitmenschen auch so abwegige Dinge wie Zeitungs-, Radio- oder Fernsehberichte sein. Er ist überzeugt davon, dass alles seinetwegen geschieht und nur für ihn von Bedeutung ist.

Beeinträchtigungswahn

Hier wähnt sich der Patient als Ursache und Mittelpunkt des Geschehens. Hinzu kommt noch das Gefühl, alles arbeite nicht für, sondern gegen ihn. Er vermutet überall Feindseligkeit und böse Absicht, fühlt sich ungerecht behandelt und übergangen. Dies kann bis hin zu Tötungsvorwürfen führen.
Eine Steigerung ist der

Verfolgungswahn

Der Patient fühlt sich in Verkennung harmloser Ereignisse selbst von engsten Vertrauten beobachtet und verfolgt, spricht seine Gedanken allerdings aus Angst oft nicht aus.
Die Wahnthemen von Dementen können sich sehr von den Wahnthemen Schizophrener unterscheiden.

Wahnthemen von Dementen

Handeln häufig von der Vergangenheit des Betroffenen bzw. von kleinen Alltagsdingen aus dem jetzigen Leben (z.B. „Ich weiß genau, meine Zimmernachbarin bestiehlt mich. Sie will mich fertigmachen…“).

Wahnthemen von Schizophrenen

Es geht oft um relativ abenteuerliche Themen – z.B. Verfolgung durch eine Geheimorganisation.

WERTSCHÄTZUNG

Der Klient wird vom Gesprächspartner akzeptiert und angenommen, unabhängig davon, was er äußert oder wie er sich gibt, eben als Person mit Schwächen und Stärken.

Er wird nicht bewertet.

Dabei muss der Klient echtes Interesse an seiner Person spüren können. Dieses leitet der Klient ab aus

dem Tonfall, dem Inhalt der Äußerungen, der Mimik, der Gestik und Körperhaltung und den Umgangsformen.

Die Beziehung ist von emotionaler Wärme und Wohlwollen geprägt.

Die Äußerung und Erlebniswelt des Klienten werden auch dann von seinem Gesprächspartner akzeptiert, wenn sie dessen Erwartungen und Einstellungen widersprechen.

Der Klient muss spüren, dass dies die Beziehung nicht beeinträchtigt.

Siehe > Klientenzentrierte Gesprächsführung – 1. Einführung – Wertschätzung

J

Jbunt

  • Jackson-Anfälle
    Benannt nach dem britischen Neurologen und Augenarzt John Hughlins Jackson (1834-1911).
    Spezielle epileptische Anfälle, und zwar fokale Anfälle (lat. focus = Feuerstätte, Herd). Es sind motorische oder sensible Anfälle. Dabei treten motorische Entäußerungen (z.B. Zuckungen) und Taubheitsgefühl oder Missempfindungen (Parästhesien) ohne Bewusstseinsstörung auf. Sie beginnen je nach betroffenem Gehirnbezirk in einer bestimmten Körperregion und breiten sich dann – bei erhaltenem Bewusstsein – von distal nach proximal (von Außen nach Innen) aus. So können sie z.B. von den Fingern, über die Hand auf den Arm übergreifen. Nicht selten ist anschließend eine vorübergehende Lähmung der betroffenen Extremität zu beobachten. Den Anfällen liegt eine Schädigung der sensiblen und motorischen Rindenfelder zu Grunde.

V

V

  • Validation
    (lat. validus = kräftig, stark, rechtskräftig , gültig sein , Validation = Gültigkeitserklärung, für gültig erklärt)
    Die aus der USA übernommene Methode der Validation kann als grundsätzliche Haltung im Umgang mit Dementen angesehen werden. Hier wird der emotionale Gehalt der Aussage aufgegriffen und „validiert“, also für gültig erklärt, ohne zu analysieren, zu bewerten oder zu korrigieren. Wer die Validation anwendet, muss den Kommunikationsfluß trotz „falscher“ Fakten aufrechterhalten. Die innere Realität verwirrter alter Menschen mit all ihren gefühlsmäßigen Anteilen als ganz persönliche Sicht- und Erlebnisebene zu akzeptieren, ist der Kern der Validation. Besonderes Gewicht erhält hierbei der Bezug auf die Biographie des Verwirrten. Dieser Ansatz kann als Grundhaltung andere Arbeitsformen unterstützen. (Vieten M. et al.)
    Lit.: Feil , Naomi , Validation in Anwendung und Beispielen, Reinhardt 2001

K

Kbunt

  • Kanner, Leo
    Erstbeschreiber des frühkindlichen Autismus in den 1940iger Jahren. Nach ihm wurde dieser Autismus „Kanner-Syndrom“ benannt.

 

  • Kanner-Syndrom
    Siehe „Autismus, frühkindlicher“.

 

  • Katatonie
    Psychisches Krankheitsbild, das vorwiegend durch Störungen der Willkürbewegungen gekennzeichnet ist.
    Zur Katatonie gehören z.B.
    – motorische Erstarrung (Stupor)
    – bizarre Haltungen
    – Automatismen
    – Grimassieren
    – Bewegungsstürme.
    – hochgradige Erregungszustände.
    Dabei nehmen die Patienten alles wahr. Sie können sich aber nicht am Geschehen beteiligen.
    Es kann auch sein, daß totale Bewegungslosigkeit (Stupor) relativ rasch in einen hochgradigen Erregungszustand überwechselt und umgekehrt. Diese Zustände gehen meist mit starker innerer Anspannung einher.
    Vorkommen:
    – hauptsächlich bei Schizophrenie
    – doch auch bei Infektionen ( Typhus, Paratyphus, Tuberkulose u.a., wenn das Gehirn betroffen ist)
    – bei Hirntumoren sowie
    – endogener Depression (hier Stupor)

 

  • Katatonie, perniziöse
    Ist ein sehr seltener, aber lebensbedrohlicher Zustand. Er geht mit akuter Erregung, sehr hohem Fieber, Kreislaufstörungen und Herzjagen sowie völligem Fehlen jeglicher Motorik einher. Perniziöse Katatonie kann nur intensivmedizinisch behandelt werden.
    Vorkommen:
    – innerhalb einer Katatonie bei Schizophrenen

 

  • Kernspintomographie (KST) = Magnetresonanztomographie (MRT oder MR) = Nuclearmagnetresonanztomographie (NMR)
    Leistungsstarkes bildgebendes Verfahren zur schichtweisen Darstellung des Körpers unter Verwendung eines Magnetfeldes anstelle von Röntgenstrahlen.

 

  • kindlicher Autismus
    Siehe „Asperger-Syndrom“.

 

  • Kipphard, Ernst
    Begründer der Psychomotorik-Bewegung, die sich die Förderung von Sinneserfahrungen zum Konzept gemacht hat.
    Ein Leistungstest ( und zwar ein Entwicklungstest) nach Kipphard: KTK = Körperkoordinationstest für Kinder.
    Literatur: Kipphard E., Wie weit ist mein Kind entwickelt.

 

  • Koma
    Schwerste Form der quantitativen Bewusstseinsstörung mit tiefer Bewusstlosigkeit. Der Patient kann auch bei Anwendung starker Schmerzreize nicht erweckt werden. Er reagiert allenfalls mit unkoordinierten Abwehrbewegungen.
    Das Koma, gleich welcher Ursache, ist immer ein ernster, oft lebensbedrohlicher Zustand. Entscheidend für den klinischen Verlauf eines mit Koma einhergehenden Krankheitsprozesses ist die Beurteilung der Komatiefe und die Einschätzung der Entwicklungsrichtung des Koma (üblich ist die Einschätzung durch die sog. Glasgow Coma Scale).
    Ursachen:
    – organische Hirnerkrankungen (z.B. Schädel-Hirn-Traumen, Schlaganfälle…)
    – schwere Stoffwechselstörungen (Coma basedowicum, diabeticum, hepaticum, hypoglycaemicum, uraemicum)
    – präfinales Stadium (Stadium vor dem Tod) schwerer Allgemeinerkrankungen.

M

 

 

  • Mbunt
  • MRT = Magnetresonanz-Tomographie = Kernspintomographie
    Hier werden Schnittbilder erzeugt. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Computertomographie (siehe unter C im Lexikon).
    Es werden aber keine Röntgenstrahlen verwendet. Sondern es wird ausgewertet, wie sich das Gehirn in einem starken Magnetfeld verhält.
    Ein Magnetfeld richtet die Wasserstoffkerne des Gewebes in eine Richtung aus. Ein kurzer Hochfrequenzimpuls „rüttelt“ an dieser Ausrichtung. Beim Zurückschwingen der Wasserstoffkerne in ihre ursprüngliche Position werden elektromagnetische Wellen ausgesandt, die von speziellen Sensoren (Detektor) registriert werden. Es ergibt sich ein Muster, das von einem Computer in ein sichtbares Bild verwandelt wird, vergleichbar den Schnittbildern im CT.
    Vorteil: kontrastreichere Darstellung und keine schädlichen Röntgenstrahlen.
    Nachteil: sehr teure Geräte, langes Stillliegen in enger, langer Röhre (bis 30 Minuten), klaustrophobische Reaktionen.

 

  • Mutismus
    Stummheit (bzw. Nicht-Sprechen) bei intaktem Sprachvermögen u. intakten Sprechorganen. Vork.: z. B. bei depressivem Syndrom, Autismus, akuter Schreckstarre, Negativismus od. Stupor (z. B. bei Schizophrenie).

 

  • Multisystematrophie (MSA)
    Sporadisch auftretende Erkrankung des Erwachsenenalters mit variabler Kombination von Symptomen eines
    – Parkinson-Syndroms, einer
    – Kleinhirnerkrankung, einer
    – Störung des vegetativen Nervensystems und der
    – Pyramidenbahnen.

 

  • Muskelerkrankungen
    Äußern sich meist in einer langsam fortschreitenden schlaffen Lähmung in bestimmten Muskelregionen, die aber im Gegensatz zu peripheren Nervenschädigungen proximal (in Körpermittenähe) betont ist und sich keinem Nervenversorgungsgebiet zuordnen lässt.
    Muskelerkrankungen sind die Myasthenia gravis (siehe da), die progressive Muskeldystrophie, die Polymyositis und die Myotonie.

 

  • Myasthenia gravis
    (gr. mys = Muskel, Maus, gr. asthenaia = kraftlos, schwach, lat. gravis = schwer)
    Belastungsabhängige Muskelschwäche infolge einer Störung der neuromuskulären Übertragung an der motorischen Endplatte. Häufigkeit ca. 5 – 10/100 000 Einwohner. Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Manifestation zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
    Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung mit Antikörperbildung gegen Azetylcholinrezeptoren an der postsynaptischen Membran der motorischen Endplatte. Vereinfacht ausgedrückt: die Körperabwehr richtet sich gegen die eigenen motorischen Endplatten, den Spezialsynapsen, die für die Erregungsweiterleitung vom Nerv auf den Muskel verantwortlich sind. Dadurch wird die Anzahl der freien Rezeptoren vermindert, an die das Azetylcholin zur Erregungsübertragung vom Nerv auf den Muskel binden kann.

L

Lbunt

  • Langzeitgedächtnis (=Altgedächtnis)
    Das Langzeitgedächtnis ist der Verwahrort der gesamten Information, die wir im Laufe der Jahre gespeichert haben – Information, die zuerst das Kurzzeitgedächntnis durchlaufen hat. Wenn Kurzzeitinformation in unser Langzeitgedächntnis übergeht, so sagt man, sie ist entkodiert worden. Sich an derartige Information zu erinnern, heißt abrufen. Diesen Abruf stellt man sich so vor, dass man auf das Langzeitgedächtnis zugreift und die Information herausholt.
    Die Information im Langzeitgedächntnis läßt sich als prozedural oder deklarativ klassifizieren.
    Prozedurale Erinnerungen (lat. procedere = vorrücken, fortschreiten, vor sich gehen) sind gelernte körperliche oder kognitive Fertigkeiten, die wir ausüben, ohne darüber nachzudenken, etwa mit einer Schere schneiden oder wissen, wie man eine Mathematikaufgabe löst.
    Das deklarative Gedächtnis (lat. declarator = Verkünder, Ausrufer) enthält Information, auf die das Bewußtsein unmittelbar zugreifen kann, etwa Namen, Daten und andere gelernte Tatsachen. Das deklarative Gedächtnis ist bei den meisten organischen Störungen weitaus stärker beeinträchtigt als das prozedurale.
    Störungen des Langzeitgedächtnis: Der Betroffene kann sich an Ereignisse, die Monate bis Jahre zurückliegen, nicht mehr erinnern.