Pyramidenbahn

1.3. NeuroAnatomiePhysiologie Gehirn

1.3.1.Gehirn-Großhirn

Pyramidenbahn

Die Nervenzellen der Pyramidenbahn sitzen in der primär motorischen Hirnrinde. Diese liegt in der vorderen Zentralwindung. Die Nervenzellen werden als 1. Motoneurone bezeichnet, also als die ersten Nervenzellen, die der bewussten Bewegungssteuerung dienen. Von hier geht der Bewegungsimpuls aus, wenn ich z.B. bewusst meinen rechten Arm hoch heben möchte.
Die Nervenzellen heißen auch Pyramidenzellen, da die Nervenzellkörper an kleine ägyptische Pyramiden erinnern. Sie haben ganz lange Nervenfortsätze (Neurite oder Axone). Diese ziehen in Bündeln vom Gehirn hinunter zum Rückenmark. Diese Bündel heißen Pyramidenbahn und enden an den vielen Rüchenmarksabschnitten an den 2. Motoneuronen, die ihre langen Fortsätze aus dem Rückenmark in die Peripherie schicken.
Ein Teil der Pyramidenbahn kreuzt in der Medulla oblongata auf die Gegenseite.

PyramidenbahnPixabay
Foto: Pixabay

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1.2. Grobgliederung Nervensystem

1.2. NeuroAnatomiePhysiologieGrobgliederung NS

1.2.1. Anatomische Gliederung

Zentrales Nervensystem (ZNS)

    • Gehirn (Cerebrum)
    • Rückenmark (Medulla spinalis)

Peripheres Nervensystem

    • Hirnnerven (Nn. craniales, außer N. olfactorius und N.opticus. Diese beiden sind in Wirklichkeit keine peripheren Nerven, sondern vorgeschobene Hirnteile, gehören also genau genommen zum zentralen Nervensystem.)
    • Rückenmarksnerven (Nn. Spinales)

1.2.2. Funktionelle Gliederung

Die Gliederung ist ziemlich theoretisch. In Wirklichkeit arbeiten beide Nervensysteme ganz eng zusammen.

Animalisches (somatisches, willkürliches) Nervensystem

ist zuständig für das bewusste Wahrnehmen der Außenwelt, der Informationsverarbeitung und das bewusste, willkürliche Reagieren auf Außenreize.

Vegetatives (autonomes) Nervensystem

ist verantwortlich für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus im Körper unter wechselnden Belastungen,
steuert hauptsächlich Herz und Kreislauf, innere Organe und auch Sexualfunktion,
verantwortlich für Herzfrequenz, Blutdruck, Darmaktivität, …,
reagiert unwillkürlich.

    • Sympathikus
    • Parasympathikus

 

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1.1. Begriffe

1.1. NeuroAnatomiePhysiologie Begriffe

1.1.1. Neurologie

  • Ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit Prophylaxe, Diagnostik, nichtoperativer Behandlung und Rehabilitation bei Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie bei Muskelerkrankungen befasst.
  • Überschneidungen zwischen Neurologie und Psychiatrie (z.B. exogene Psychosen bei Gehirnerkrankungen), Innerer Medizin (z.B. Polyneuropathien bei Diabetes mellitus) und Pädiatrie (z.B. kinderneurologische Erkrankungen wie Lähmungen infolge eines Sauerstoffmangels des Kindes während der Geburt) sind häufig.

1.1.2. Neuroanatomie

  • Anatomie des Nervensystems.
  • Anatomie: beschreibt den Aufbau und Struktur von Körpern und Organe, hier speziell das Nervensystems des Menschen.
  • Altgriechisch: ana = auf, tome = Schnitt, im Sinne von Zerschneiden oder Zergliederung von Körpern und Organen.

1.1.3. Neurophysiologie

  • Physiologie des Nervensystems.
  • Physiologie: beschreibt die Funktionen und Abläufe im Körper und in den Organen, hier speziell imNervensystem des Menschen.
  • Altgriechisch: physis = Natur, Körper und logos = Lehre.

1.1.4. Neuroplastzität

  • Ist die Fähigkeit des Nervengewebes, sich selbst zu verändern.
  •  Plastizität = Verformbarkeit

1.1.5. Neurogenese

  • Bildung von neuen Nervenzellen aus bestimmten anderen Zellen.
  • Findet im menschlichen Gehirn vor allem im Hippocampus statt bis zu unserem Tode.
  • Altgriechisch: genesis = Entstehung, Geburt

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11. Epilepsie – Prognose

11Epilepsie Prognose

Prognose ist die Vorhersage des Verlaufes einer Erkrankung.

Der Verlauf der Epilepsie bei einem Menschen kann sehr unterschiedlich sein:

  • Gute medikamentöse Einstellung, danach keine oder nur vereinzelte epileptische Anfälle. Das kommt am häufigsten vor.
  • Bei manchen Menschen wirken die Medikamente nicht oder kaum (Medikamentenresistenz). Aber chirurgische Entfernung des Herdes oder ein Vagusschrittmacher greifen sehr gut.
  • Wenn sich Ursachen beseitigen lassen bei sekundären Epilepsien (z.B. ein Entzündungsherd), treten danach meistens keine Anfälle mehr auf. Hier ist oft die bereits durch die Ursache entstandene Hirnschädigung von Bedeutung.
  • Eine kleine Gruppe von Menschen mit Epilepsie ist total therapieresistent.

 

10. Epilepsie – Therapie, Betreuung

10 Epilepsie Therapie Betreuung

1 – Während eines Anfalls

WährendEinesAnfalls
Unterrichtsfolie, -übersicht: Maßnahmen während und nach einem Anfall (Grand Mal)

2 – Status epilepticus

Notfall! Notarzt, Einweisung auf Intensivstation.

3 – Lebensgestaltung

 

Lebensgestaltung
Unterrichtsfolie, -übersicht: Lebensgestaltung

4 – Langzeittherapie

Antiepileptika (= Antikonvulsiva)

5 – Operative Therapie

Bei Medikamentenresistenz und günstiger Lage eines Herdes: chirurgische Beseitigung dieses Herdes.

6 – Vagusschrittmacher

Der Vagusnerv ist ein Hirnnerv. Er dient der Ruhe, Erholung und Verdauung und ist der wichtigste parasympathische Nerv. Wenn er stimuliert wird durch einen Schrittmacher – so wie das Herz mit einem Herzschrittmacher – , wird u.a. das Gehirn gedämpft. So, als würde jemand Antiepileptika zu sich nehmen. Dadurch können Anfälle verhindert werden.
Anwendung: therapieresistente Epilepsien

7 – Therapiehunde

8 – Heilpädagogisches Handeln

EpilepsieHpHandeln
Unterrichtsfolie, -übersicht: Heilpädagogisches Handeln bei Epilepsie
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Foto: Pexels.com

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9. Epilepsie – Differentialdiagnostik, Differentialdiagnosen

9DifferentialdiagnostikDDignosen

Differentialdiagnosen zur Epilepsie

 

Differentialdiagnostik bedeutet, es sind andere neurologische oder psychiatrische Erkrankungen abzugrenzen, die auch attackenartig auftreten. Die genauen Diagnosen sind wichtig, da die Therapien völlig andere sind.

1 – Synkopen bei Mangeldurchblutung des Gehirns und bei Herzkranken 

(Synkope griechisch = Ausfall, im Sinne von kurzzeitigem Bewußtseinsverlust) Eine plötzliche vorübergehende ungenügende Blutzufuhr im Gehirn bewirkt einen Bewußtseinsverlust mit Hinstürzen.

2 – Tetanie

(tetanos griechisch = Spannung)Tetanie ist eine akute Muskeltonussteigerung durch eine Übererregbarkeit des Nervensystems. Kann auftreten bei

Kalziummangel (nach Schilddrüsenoperation kann evt. die Nebenschilddrüse, die für den Kalziumhaushalt zuständig ist, mit wegoperiert worden sein) oder durch

extreme Mehratmung (Hyperventilation) bei Aufregung z.B. Es kommt zu Verkrampfungen der Muskulatur, besonders in den Extremitäten zu der sog. Pfötchenstellung. Erste Hilfe bei Mehratmung ist das Überstülpen einer Papiertüte oder Beruhigung und dadurch ruhigeres Atmen.

3 – Psychogener Anfall

(psychogen = psychisch bedingt, keine Organschädigung) Psychogene Anfälle haben ein buntes Erscheinungsbild. Sie sind manchmal von epileptischen Anfällen kaum zu unterscheiden. Sie entstehen bei bestimmten Persönlichkeiten besonders vor Publikum und haben meist keine Verletzungen zur Folge, weil die Klienten meistens sehr „gut und sicher“ fallen. Psychogene Anfälle kommen z.B. bei Klienten mit Neurosen vor und sind meist kein willentlicher Vorgang.

4 – Affektkrämpfe

Sind respiratorische (= die Atmung betreffende) Krämpfe im Kleinkindalter. Bei affektiv (= durch Gefühle hervorgerufen) erregtem Schreien kommt es in der Exspirationsphase (Ausatmung) zu einem Glottiskrampf (Krampf der Stimmlippen) mit anschließender Apnoe (Atemstillstand). Das Kind wird für Sekunden bewusstlos, zyanotisch (läuft blau an) und steif. Es kommt aber schnell wieder zu sich.

5 – Fieberkrämpfe

Gelten als Okkasionskrämpfe (Gelegenheitskrämpfe) bei sehr hohem Fieber bei Kleinkindern bis zum 3. Lebensjahr. Es sind „echte“ cerebrale Krampfanfälle, die aber nicht gefährlich sind und ein sehr gute Prognose haben.

6 – Opisthotonus

Der Opisthotonus (gr. ópisthen = rückwärts, Tonus =Spannung) ist ein tonischer Krampf in vor allem der Streckmuskulatur des Rückens und des Nackens. Auftreten kann er bei

Meningitis als Nackensteifigkeit, bei

Strychnintoxikation (früher als Rattengift bekannt) und bei

Tetanus (Wundstarrkrmpf). Letzterer kommt durch das Bakterium Clostridium tetani zustande, welches ein Neurotoxin produziert. Dieses Neurotoxin vergiftet das zentrale Nervensystem (speziell die Hemmungssynapsen des Rückenmarkes und der Medulla oblongata). Und führt zu einem Trismus (tonischen Krampf der Kaumuskulatur des Unterkiefers mit Kiefernsperre), zu tonischer Muskelstarre und klonischen Krampfanfällen. Hier auch Krampfanfälle der Atemmuskulatur bei klarem Bewusstsein) Die Letatlität beträgt unbehandelt ca. 50%.

(Bitte nicht verwechseln Tetanus und Tetanie. Das sind zwei völlig verschiedene Störbilder.)

7 – Narkolepsie

(altgriechisch narkōdēs = erstarrt, hier im Sinne von schlafen) Hier haben die Klienten Schlafanfälle (von Minuten bis Stunden) am Tage, vor allem in Verbindung mit Affektäußerungen (z.B. wenn sie über einen Witz lachen). Die Ursache ist noch ungeklärt. Es sind aber keine epileptischen Anfälle. Eine Therapie besteht in der Gabe von Psychostimulantien.

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8. Epilepsie – Diagnostik

 

8EpilepsieDiagnostik

Diagnostik der Epilepsie

1 – Beobachtung, Beschreibung der Anfälle

Ganz wichtig für die Diagnostik ist eine gute Beobachtung der Anfälle. Wenn keiner der vielen Beobachtungsbögen vorhanden ist – vielleicht weil es der erste Anfall ist – reicht eine ausführliche formlose Beschreibung.

2 – Anamnese

Die Krankengeschichte bzw. Vorgeschichte erfolgt durch Befragung des Patienten (Eigenanamnese) oder einer dritten Person (Fremdanamnese). Z.B. könnte ein Schädel-Hirn-Trauma oder andere Vorerkrankungen auf die Ursache der Epilepsie hinweisen.

3 – EEG = Elektroencephalographie

Bei der Arbeit der Nervenzellen im Gehirn entsteht elektrische Aktivität. Diese wird durch das EEG gemessen. Das EEG ist somit Spiegel der elektrischen Aktivität des Gehirns.

Kleine Metallblättchen (Elektroden) auf der Kopfhautoberfläche leiten den Strom bzw. die Spannungsschwankungen ab. Diese werden elektronisch verstärkt und können dadurch mit einem Registriergerät aufgezeichnet werden. Bildlich werden sie dann als „Wellen und Täler“ gesehen. Je nach Form und Amplitude der Wellen kann man eine Aussage über die elektrische Aktivität machen. Entsprechen die Wellen nicht den Normen, liegt irgendeine Störung des Gehirns über den entsprechenden Ableitungsorten vor.

Die genaue Art der Störung muss man dann durch andere Untersuchungsmethoden herausbekommen.

Angezeigt (indiziert) ist ein EEG bei der Beurteillung von Krampfleiden, bei Verdacht auf Tumore, Multipler Sklerose etc.

4 – cCT = craniale Computertomographie

Es werden Röntgenstrahlen verwendet. Allerdings ist die Röntgenbelastung wesentlich geringer als bei den herkömmlichen Röntgenaufnahmen.

Um den Klienten herum dreht sich eine Röntgenröhre. Diese wird von außen durch einen Detektorring begrenzt. Der Detektor ist ein Gerät, was die verbliebene Strahlung wieder aufnimmt und die Strahlenintensität misst. Die Röntgenstrahlung geht also durch den Körper – hier im speziellen Fall durch den Schädel = cranium – durch. Und die Reststrahlung, die wieder herauskommt, wird gemessen. Die Zahlenwerte werden in einen Computer gegeben. Dieser rechnet dann alle Zahlenwerte in ein zweidimensionales Bild um.

Die scheibchenförmigen Schnitte vom Schädel sind also keine herkömmlichen Röntgenbilder, sondern rein errechnete Bilder.

5 – MRT = Magnetresonanz-Tomographie = Kernspintomographie

Hier werden ebenfalls Schnittbilder erzeugt. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Computertomographie. Es werden aber keine Röntgenstrahlen verwendet. Sondern es wird ausgewertet, wie sich das Gehirn in einem starken Magnetfeld verhält. Ein Magnetfeld richtet die Wasserstoffkerne des Gewebes in eine Richtung aus. Ein kurzer Hochfrequenzimpuls „rüttelt“ an dieser Ausrichtung. Beim Zurückschwingen der Wasserstoffkerne in ihre ursprüngliche Position werden elektromagnetische Wellen ausgesandt, die von speziellen Sensoren (Detektor) registriert werden. Es ergibt sich ein Muster, das von einem Computer in ein sichtbares Bild verwandelt wird, vergleichbar den Schnittbildern im CT.
Vorteil: kontrastreichere Darstellung und keine schädlichen Röntgenstrahlen.
Nachteil: sehr teure Geräte, langes Stillliegen in enger, langer Röhre (bis 30 Minuten), klaustrophobische Reaktionen.

6 – LP = Lumbalpunktion

Die Lumbalpunktion ist eine Untersuchung des Liquors (Liquor = Hirnwasser bzw. Rückenmarkswasser). Der Liquor ist eine wässrig-klare Flüssigkeit, die unser Gehirn und unser Rückenmark umspült.

Die LP wird gemacht als diagnostisches Mittel bei Epilepsie bei Verdacht auf eine Meningitis (= Hirnhautentzündung) , Encephalitis (=Gehirnentzündung), Multiple Sklerose oder anderer Hirnerkrankungen.

Diese Untersuchung machen Sie als Heilpädagoge, Heilerziehungspfleger, Kranken- oder Altenpfleger natürlich nicht. Sie sollten aber gut darüber Bescheid wissen, um professionell den Klienten aufzuklären bzw. ihm das medizinische Vokabular übersetzen zu können. Viele Klienten haben nämlich sehr große Angst vor dieser Untersuchung.

Man kann Liquor im Lendenbereich entnehmen und auf Gehirnveränderungen schließen, weil der Liquor sowohl Gehirn als auch Rückenmark umspült und eine Einheit darstellt.

Bei dieser Untersuchung wird der Liquor mit einer speziellen Hohlnadel durch das Eindringen in den Wirbelkanal zwischen den Wirbelkörpern der unteren Lendenwirbelsäule – meist zwischen den Dornenfortsätzen des 3. und 4. Lendenwirbelkörper – entnommen.

Die Hohlnadel sticht durch den Epiduralraum (epi= darauf, daneben, Dura = harte Hirnhaut, also der Raum, der auf der harten Hirnhaut liegt),die Dura mater (=harte Hirnhaut) und Arachnoidea (=Spinnwebenhaut) durch bis zu dem Subarachnoidalraum (sub= unter, also der Raum unter der Spinnenwebenhaut gelegen) , wo sich der Liquor befindet. Es werden nur wenige Milliliter entnommen.

Die Untersuchung erfolgt im Sitzen oder auf der Seite liegend, wobei der Betroffene einen möglichst runden “Katzenbuckel” machen muss.

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