
Kategorie: *LITERARISCHE BAUSTELLEN*
DIE ALTE VILLA – Leseprobe
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Im vorherigen Blog-Artikel diente eine Szene aus Die alte Villa als Fallbeispiel für das Spiegeln von Emotionen (Klientenzentrierte Gesprächsführung – 4. Kommunikationsförderer : Spiegeln von Emotionen – Stilvolles Schneckentempo).
Wer neugierig geworden ist, kann hier den Beginn der Novelle lesen, die ich zusammen mit meiner Enkeltochter Emma geschrieben habe.
EINS
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„Oh, mein Rücken!“
Erschöpft vom Graben reichte Wolfgang den Spaten an Luisa weiter.
Nach etwa vierzig Zentimetern wurde der Lehmboden schotterhaltig. Dabei kam etwas zum Vorschein, das sich von der restlichen Umgebung unterschied. Luisa hielt inne und leuchtete mit ihrer Stirnlampe auf die Stelle.
„Moment“, murmelte sie, kniete sich hin und nahm vorsichtig einen Pinsel und eine kleine Schippe zur Hand. Sie legte das Fundstück frei. „Das ist ein Fußknöchelchen!“ Ihre Stimme klang sachlich, mit einem Hauch von Nervosität. Sie richtete sich auf. Die Lampe warf Lichtstrahlen auf den winzigen Knochen.
„Nicht so laut!“, flüsterte Wolfgang.
Sie verstauten das Knöchelchen sorgfältig in einer kleinen Plastiktüte und gruben weiter. Innerhalb der nächsten halben Stunde fanden sie einen Backenzahn und einen Wangenknochen. Urnen waren keine zu sehen.
Unter den Tannen hinter ihnen knackte es. Luisa zuckte zusammen und stolperte über den Spaten.
„Au, mein Kreuz!“
Luisa lag auf der Seite und stöhnte. Wolfgang half ihr auf.
„Was machst du denn?“
„Hast du das Geräusch nicht gehört?“, fragte Luisa flüsternd.
Unter der Tanne bewegte sich etwas. Wolfgang lachte. Eine schwarze Katze! Er hob den Spaten auf und grub weiter.
Nach einiger Zeit stießen sie auf zwei Aluminiumurnen; eine davon stark beschädigt mit durchnässtem Inhalt. Die Überbleibsel von Wolfgangs Großeltern mütterlicherseits. Das Grab sollte aufgelöst werden.
In der Ferne schlug es ein Uhr.
Luisa und Wolfgang legten ihre Funde in eine Aufbewahrungskiste. Zu Hause würden sie die Urnenreste zunächst trocknen, dann im verwilderten Garten beisetzen. Sie wollten den alten Grabstein, den sie schon vor einigen Monaten vom Friedhof geholt hatten, darauflegen.
Völlig durchgefroren fuhren beide nach Hause.
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